Politikerin kandidiert für das Europaparlament

Viola von Cramon (Grüne) in Escherode: Europapolitik näher bringen

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Sprach in Escherode: Viola von Cramon, Grünen-Politikerin aus Waake.

„Wir können nicht genug über Europa sprechen“, resümierte Viola von Cramon. Die 49-jährige Grünen-Politikerin aus Waake kandidiert für den Kreis Göttingen für das Europaparlament.

Dort soll sie Rebecca Harms ablösen. Die Wahl am 26. Mai sei eine der wichtigsten seit Langem, betonte sie im Dorfgemeinschaftshaus Escherode mit Blick auf nationalistische Tendenzen, die derzeit Europa prägen.

Eingeladen war die ehemalige Bundestagsabgeordnete – sie wirkte von 2009 bis 2013 für das Bündnis90/Die Grünen in Berlin – vom Ortsverein der Grünen in Staufenberg.

„Ich glaube, dass viele Menschen für die Europawahl mobilisiert sind“, sagte von Cramon, die Vorstandssprecherin der Grünen im Kreisverband Göttingen ist. Vor allem hätten die EU-Gegner ihre Anhänger aktiviert: „Sie sind gut aufgestellt.“

Ihr Fazit: „Sie vermitteln einfache Botschaften für komplexe Fragen.“ Doch so einfach sei es nicht: „Bei Europa geht es um viel mehr.“ Gerade jetzt, wo es an seiner Peripherie zu bröckeln drohe, müssten die demokratischen Kräfte gestärkt werden. Flüchtlinge, Brexit, Populisten: „Die Europäische Union ist einer harten Belastungsprobe ausgesetzt.“ Umso wichtiger sei es, Europapolitik näher zu bringen. Von Cramons Engagement speist sich aus dem Bestreben, den seit 70 Jahre währenden Frieden zu erhalten und sich für das gewachsene Miteinander einzusetzen.

Ihren Fokus legt die Diplom-Agraringenieurin, die als Expertin für Osteuropa und landwirtschaftliche Entwicklungszusammenarbeit gilt, auf Umwelt-, Klima- und Agrarpolitik: „Dafür brauchen wir eine starke grüne Fraktion im Europaparlament.“

Einsetzen möchte sie sich etwa für den Insekten- und Artenschutz – hier gelte es mehr Projekte zu fördern. Des Weiteren müssten Vorzeigebetriebe der Landwirtschaft, die sich für den Klimaschutz engagieren, gestärkt werden. Auch das Thema soziale Gerechtigkeit treibt sie an, ebenso wie eine Harmonisierung der Steuersätze für Unternehmen: „Wir können bei fünf Prozent in Luxemburg oder Irland nicht mithalten.“

Ein Anliegen ist für von Cramon auch, die selbst bewusst aufs Land gezogen ist, Gemeinden im ländlichen Raum, die sich abgehängt fühlen, wieder fit zu machen. Ein Baustein: die digitale Infrastruktur verbessern. „Wo kein Netz ist, zieht auch niemand hin“, sagte sie. „Deutschland hat Nachholbedarf.“ Weitere Aspekte für sie: innovative, zuverlässige ÖPNV-Angebote und die Sicherstellung der Gesundheitsversorgung.  

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