200 Gäste bei Auftritt in Kirche St. Petrus

Weihnachten mit an Bord: Edersee-Shanty-Chor sang in Landwehrhagen

Die Chöre aus Landwehrhagen und aus Waldeck: Gemeinsam erreichten die beiden Shantychöre eine unheimliche Stimmengewalt. Foto: Petra Siebert

Landwehrhagen. 200 Gäste ließen sich am 1. Advent in der evangelischen Kirche St. Petrus in Landwehrhagen beim maritimen Adventskonzert verzaubern und in Weihnachtsstimmung versetzen.

Eingeladen hatte der Kulturring Staufenberg den Shanty-Chor Landwehrhagen mit Chorleiterin Valentina Morawez und den Edersee-Shanty-Chor Waldeck mit Leiterin Sabine Draude. Die Lieder, passend zur Adventszeit, erzählten von Matrosen auf See, die sich zur Weihnachtszeit danach sehnen, rechtzeitig zu Hause zu sein.

Im Repertoire hatten die beiden Chöre Lieder wie unter anderem „Auf Weihnachts-Hafenwache“, „St. Niklas war ein Seemann“, „Weihnachtsträume an Bord“, „Heilige Nacht im Hafen“ und „1000 Meilen von zu Haus“. Mit schwungvoll-kräftigem Chorgesang, seemännisch aufgearbeitet durch Gitarren- und Akkordeonbegleitung sowie einem Trompetensolo, begeisterten die maritimen Sänger das Publikum. Die Chormitglieder verstanden es großartig, nicht nur durch Gesang in unterschiedlichen Lautstärken, sondern auch gefühlvoll durch Mimik und Gestik, die Wehmut der Seeleute, das Fernweh und die Sehnsucht zu vermitteln. So brachten sie gekonnt des Seemanns Seligkeit nahe.

Beim gemeinsamen Gesang machte sich eine Stimmgewalt breit, die den Kirchraum beben ließ. Die Freude, die die Chormitglieder am Singen hatten, war nicht zu übersehen. Als die Landwehrhäger und Waldecker zusammen „Dona nobis pacem“ präsentierten erzeugten sie bei einigen der Besucher Gänsehaut. Auch die Besucher hatten ihren Part beim Mitsingen einiger Lieder zu erfüllen.

Hans Jürgen Ries von den Landwehrhäger Shantys fand zwischen den musikalischen Beiträgen besinnliche Gedanken und kritische Worte zur Vorweihnachtszeit. „Ich wünsche mir in diesem Jahr, mal Weihnacht, wie sie früher war. Kein Rennen zur Bescherung hin, kein Schenken ohne Sinn ...“ Da wurde vielen Kirchenbesuchern bewusst, wie hektisch doch die Vorweihnachtszeit ist. „Was ist Advent? Es ist Advent und alles rennt. Alle rasen wie verrückt durch die Läden – voll geschmückt. Hektik, Stress in allen Gassen, überall sind Menschenmassen ...“, prägte sich bei den Gästen ein.

Als nach dem letzten Lied von den Zuschauern eine Zugabe gefordert wurde, liefen die Akteure mit schmissigen, traditionellen Shantys so richtig zur Höchstform auf. Denn diese sind nun mal ihr Metier. Dabei rissen sie das Publikum mit, das nicht nur mitsang, sondern auch klatschte und am Ende sogar schunkelte, als die dritte Zugabe, „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“, den Männerkehlen entsprang. Am Ende waren die Besucher hingerissen über die Stimmung, die in einer Kirche herrschen kann.

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