Zahl der Wohnungseinbrüche gestiegen

Wenn es dunkel wird: Einbrecher im Visier

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Gutes Versteck: Häuser mit hohen Hecken schützen vor neugierigen Blicken, aber sie bieten Einbrechern auch gute Möglichkeiten, sich zu verstecken. Darauf weist Kriminaloberkommissar Michael Rölleke von der Staufenberger Wache hin.

Landwehrhagen/Lutterberg. Die Zahl der Wohnungseinbrüche im Landkreis Göttingen ist in den vergangen Jahren gestiegen, auch für 2015 zeichnet sich nach Polizeiangaben eine steigende Tendenz ab.

Die genauen Zahlen veröffentlicht die Polizei erst im kommenden Jahr.

In Staufenberg sind es Landwehrhagen und Lutterberg, die häufig im Visier von Dieben sind. Auch in den vergangenen Wochen hat es dort wieder Einbrüche gegeben. Die Polizei setzt vor allem auf Vorbeugung und Beratung der Bürger und verstärkt die Kontrollen mit Präventionsstreifen. Sie sind zwischen 16 und 19 Uhr unterwegs, eine beliebte Zeit bei Einbrechern.

In Uniform, aber in einem Zivilfahrzeug unterwegs, fuhren Kriminaloberkommissar Michael Rölleke und Polizeioberkommissar Oliver Hellemann von der Staufenberger Wache am vergangenen Donnerstag vier Stunden durch Landwehrhagen und Lutterberg. Wir haben sie bei der Tour in der Dämmerung begleitet. Ins Visier nahmen sie an diesem Tag vor allem Häuser in Ortsrandlage und die Feldmark, wo Einbrecher gerne Autos abstellen.

Warum sind Häuser am Ortsrand besonders gefährdet? 

Was Einbrecher nicht haben, ist Zeit. Sie suchen sich vorrangig Objekte aus, die sie schnell verlassen können und die mehrere Zugangswege haben. Auf ihren Kontrollfahrten überprüfen die Polizisten auch die Feldwege nach abgestellten Fahrzeugen oder möglichen Komplizen, die warten. Oft treffen sie dabei Spaziergänger an, die ihnen Hinweise auf auffällige Autos geben. Das soll aber nicht heißen, dass Diebe nicht auch im Ortskern unterwegs sein können.

Worauf richtet die Polizei bei ihren Streifen ihr Augenmerk? 

Die Beamten halten Ausschau nach auffälligen Personen und Fahrzeugen und gucken sich die Häuser hinsichtlich offener Fenster und Türen an. Sehen sie etwa gekippte Fenster, suchen sie das Gespräch mit den Bewohnern oder hinterlassen zumindest einen Aufklärungsbogen. Es geht darum, es Einbrechern so schwer wie möglich zu machen, ins Haus zu kommen. Gekippte Fenster sind leichter zu öffnen als verschlossene. Zusätzliche Sicherheit bieten Fensterrollos, wenn sie komplett herunter gelassen sind. Licht schreckt ab und signalisiert, dass jemand zu Hause ist. Wenn man das Haus verlässt, ruhig mal die Stromrechnung ignorieren und das Licht angeschaltet lassen oder mit einer Zeitschaltuhr arbeiten.

Wie können sich Hausbewohner darüber hinaus vor einem Einbruch schützen? 

Grundregel sollte immer sein, die Haustür zweimal abzuschließen, auch wenn man das Haus nur kurz verlässt. Ein guter Kontakt zu Nachbarn ist auch wichtig. Ein Blick aus dem Fenster zum Nachbargrundstück kann einen entscheidenden Hinweis geben und den Einbrecher verunsichern. Voraussetzung ist, dass das Grundstück einsehbar ist. Objekte mit hohen Hecken und Büschen bieten ein hervorragendes Versteck für Einbrecher und werden bevorzugt ausgewählt.

Fazit 

Während der vierstündigen Kontrollfahrt haben die Beamten an diesem Tag nichts Ungewöhnliches bemerkt, aber sie werden ihre Kontrollen in den kommenden Wochen fortführen und Hausbesitzer informieren, wenn sie Dinge feststellen, die es Einbrechern zu leicht machen.

Über Polizeifunk kam während der Streifenfahrt gegen 18 Uhr eine Meldung rein, in der von zerwühlten Schubladen die Rede war, die eine Person bei ihrer Heimkehr entdeckt hatte - in einem anderen Landkreis. In Staufenberg hat es an diesem Abend keinen Einbruch gegeben. (zsk)

Wer etwas Verdächtiges bemerkt, kann sich an die Polizeiwache in Staufenberg (05543/2230) oder die Station in Hann. Münden (05541/9510) wenden.

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