Zeitreise der Fuldaschifffahrt

Senioren besichtigten Museum im Kasseler Hafen

Bitte einsteigen: Helmut Bein nahm für das Foto Platz in diesem Nachbau eines Lattenkahns. Bein ist mit der Fulda vertraut, er arbeitete bis zu seiner Rente beim Wasser- und Schifffahrtsamt Hann. Münden. Ganz hinten (zweiter von links) ist Alexander Lorch vom Museumsverein zu sehen sein, der die Gruppe durch das Museum führte. Foto: Krischmann

Kassel/Staufenberg. Kassel ist als Stadt der Museen bekannt, aber nur wenige werden wissen, dass es auch ein Schifffahrtsmuseum gibt. Im dritten Stock des Speichergebäudes ist das Museum Fuldaschifffahrt zu finden.

Betrieben es wird vom rührigen Museumsverein Fuldaschifffahrt, der auch Führungen anbietet so wie am vorigen Mittwoch für 22 Senioren aus Staufenberg.

Teilnehmer des „Männerfrühstücks“, eines seit vielen Jahren bestehenden Angebots der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Landwehrhagen-Spiekershausen, besichtigten die maritime Dauerausstellung. Alexander Lorch, Vorsitzender des rund 40 Mitglieder zählenden Vereins, nahm die Männer mit auf eine Zeitreise durch die Geschichte der Fuldaschifffahrt.

Der Kasseler Hafenn - 300 Meter lang, 85 Meter breit und 1,50 Meter bis zwei Meter tief - sei bis Ende der 1970er Jahre für den Güterumschlag in Betrieb gewesen, berichtete Lorch. Die Kanalisierung der Fulda sei das Aus gewesen für die Güterschifffahrt, weil die Fuldaschleusen für die Maße der Fahrgastschiffe gebaut wurden und nicht für Binnenschiffe. Dies sei Kardinalfehler gewesen, so Lorch, Schwertransporte wie die der Maschinenbaufirma Richter aus Hessisch Lichtenau seien dadurch ab Kasseler Hafen nicht möglich. Zurück zu den Anfängen der Fuldaschifffahrt, die über 400 Jahre zurückliegt. Bereits 1601, so der Vorsitzende, habe nach alten Überlieferungen unter Landgraf Moriz die Schifffahrt auf dem Fluss begonnen. Bis Hersfeld habe er die Fulda schiffbar machen und Stauwehre mit Durchlässen bauen lassen, durch die die Schiffe zu Tal durch die Strömung getrieben und zu Berg gezogen wurden.

Da vielen aus der Staufengerberger Seniorengruppe aus ihrer Kindheit die Fulda als Wasserstraße mit Fährverbindung oder als Angelplatz noch in Erinnerung ist, stießen die ausgestellten Fotos und Texte zu den Staustufen auf besonderes Interesse. Vor dem Neubau der Schleusen war der Fluss über Nadelwehre gestaut worden, Staustufen gab es in Wolfsanger, Kragenhof, Spiekershausen, Speele, Wilhelmshausen, Bonaforth und Münden. Ein Blickfang der Ausstellung ist ein Nachbau des Dampfers Elsa, des legendären Fahrgastschiffes auf der Fulda.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.