Robin Hood als Vorbild

Theaterprojekt in den Sommerferien in Staufenberg bietet „Reise ins Mittelalter“

Jana Brandt erklärt den Kindern, wie sie ihre Schürzen und Leibchen bemalen können.
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Betreuerin und Initiatorin Jana Brandt erklärt den Kindern, wie sie ihre Schürzen und Leibchen bemalen können.

Die Welt des Mittelalters und des Helden Robins Hoods ist das Thema einer Ferienaktion in Escherode (Staufenberg). 15 Kinder nehmen teil. Gefördert wird es vom Sozialministerium.

Escherode – Der Kaufunger Wald verwandelt sich in den Sherwood Forest, das Gelände des Vereins Gastwerke an der Forstamtstraße in eine mittelalterliche Burg. 15 Kinder im Alter von sieben bis zwölf Jahren aus den Grundschulen Landwehrhagen und Uschlag beteiligen sich an der „Reise ins Mittelalter“, die in den Sommerferien in Escherode angeboten wird.

Staufenberg: Ritter, Burger, Troubadoure im Mittelalter

Zwei Wochen tauchen die Kinder jeweils von 9 bis 15 Uhr in die Zeit der Ritter, Burger, Troubadoure und des legendären Helden Robin Hood ein. Am gestrigen Mittwoch standen drei Stationen auf dem Plan. Das berichtet Jana Brandt eine der Betreuer, die dem Anlass entsprechend in ein mittelalterliches Gewand gehüllt ist.

„Wir bauen Bögen, bemalen Leibchen und Schürzen und es gibt Übungsstunden im Theaterkampf“, sagt die Frau, die an der Kunsthochschule in Kassel studiert und aus Staufenberg kommt. Zusammen mit Theaterpädagoge Benjamin Porps und Nina Hemmelmann betreut sie die kleine Schar. Am letzten Programmtag, Freitag, 27. August, soll es eine Theateraufführung geben, in denen die Kinder ihre Bogen, Kostüme und Theaterkampfkünste präsentieren können. „Wegen der Pandemie können daran nur die Eltern teilnehmen“, so Brandt.

Zusammen mit Nina Hammelmann und fünf Kindern bemalen sie mit Textilfarben Leibchen und Schürzen. Dabei können die Kinder ihre Kreativität ausleben. Amelie, eine der Teilnehmerinnen, malt einen Stier. „Das ist auch mein Wappentier, berichtet sie. „Am Montag haben die Kinder ihr persönliches Wappen gestaltet“, sagt Jana Brandt.

Bögen bauen und Schürzen bemalen

An der zweiten Station werden Bögen gebaut. Robert Klöters, Maschinenbauer und, wie er selbst sagt, „Draußenkind“, baut mit einer Gruppe die Geräte. „Wir schießen nicht auf Menschen und Tiere“, sagt Teilnehmer Luan und nennt damit die wichtigsten Regeln. Als Grundstoff dienen Holzstöcke. Klöters zeigt den Kindern, wie sie die Feile ansetzen, um Kerben für die Sehnen in die Stöcke zu schnitzen.

Im Zirkuszelt wird gekämpft. Die Gruppe übt den Theaterkampf. „Anders als beim Fechten geht die Initiative vom Verteidiger aus. Es ist wichtig, dass sich die Beteiligten in die Augen sehen“, berichtet Benjamin Porps. Mit Holzstücken, langsam und behutsam, trainieren die Teilnehmer. „Wir üben immer in Dreiergruppen“, sagt der Theaterpädagoge. Zwei kämpfen, einer schaut zu, immer bereit, notfalls einzugreifen, wenn Verletzungsgefahr droht. Juliane Fuchs vom Kinder- und Jugendbüro Staufenberg übt mit Svea, Benjamin Porps sieht den beiden zu.

Neben den genannten Programmpunkte gab es bereits eine Waldwanderung, bei der die Kinder Fährten legten und lasen. „Wie es schon Robin Hood konnte“, sagt Brandt. Auch ein Besuch im mittelalterlichen Modelldorf Steinrode ist geplant. „In der zweiten Woche suchen wir Aufführungsstätten für unser Wandertheater im Wald und feilen an der Dramaturgie“, berichtet Porps.

Mehr Anmeldungen als Plätze in Staufenberg

Der Zuspruch für das Pilotprojekt in der Gemeinde Staufenberg war sehr groß, berichten die Betreuer. Es hätten sich etwa 50 Kinder angemeldet, es standen aber nur 15 Plätze zur Verfügung. Für die Eltern ist „Die Reise ins Mittelalter“ kostenlos.

Die drei Veranstalter sind das Kinder- und Jugendbüro Staufenberg, der Kasseler Verein „Thearte – Theaterkunst und Kommunikation“ und die Gastwerke. Gefördert wird das Ferienprogramm vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit dem Programm „Kultur macht stark“ sowie dem Bundesverband Freie Darstellende Künste. „Wir haben uns zum dritten Mal auf die Förderung beworben“, berichtet Jana Brandt. Sie und Benjamin Porps haben bereits in Kassel ähnliche Projekte an einer Grundschule veranstaltet. (Jens Döll)

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