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Staufenberg: Kaum Kinder in neuer Kita in Uschlag

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Von: Michael Caspar

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Die Kita in der Dorfgemeinschaftsanlage wartet auf die Kinder. Unser Bild entstand im April dieses Jahres. Archi
Die Kita in der Dorfgemeinschaftsanlage wartet auf die Kinder. Unser Bild entstand im April dieses Jahres. Zurzeit sind nur 21 der 50 Plätze belegt. (Archivbild) © Jens Döll

Verwunderung bei Bürgermeister Bernd Grebenstein von Staufenberg: Die neue Kita in Uschlag ist kaum ausgelastet. 29 Plätze sind noch frei. Zuvor kam es wegen der Kita-Situation zu heftigen Diskussionen.

Staufenberg – Gerade einmal 21 der insgesamt 50 neuen Plätze in der Kindertagesstätte Uschlag sind derzeit belegt. „Völlig überraschend und kaum erklärbar“ ist das für Bürgermeister Bernd Grebenstein (parteilos). Mächtig Druck haben Eltern bisher gemacht, im April 2021 vor dem Rathaus demonstriert und sich Rückendeckung vom Landkreis Göttingen geholt.

Staufenberg: Umbau seit etwa vier Wochen beendet

Die Staufenberger Politik reagierte, scheute „keine Kosten und Mühen“, um die Dorfgemeinschaftsanlage in Uschlag umzunutzen, betont der Bürgermeister. Seit gut vier Wochen ist alles fertig. Doch nun melden die Väter und Mütter ihre Kinder nicht an. „Mehrfach“, so der Verwaltungschef, habe er sie vergebens anschreiben lassen. Schließlich ständen mehr als 30 Kinder auf der Warteliste.

„Einigen Eltern ist die Fahrt nach Uschlag zu weit“, kommentiert das Thomas Kaiser von der 30 Mitglieder starken Initiative Kitamangel Staufenberg. Andere hätten für ihre Kleinen Integrationsplätze bekommen. Manche kämen mit der Kita-Online-Anmeldung der Gemeinde nicht klar. Schließlich gebe es Eltern, die – zu Unrecht – davon überzeugt seien, dass sie ihre Kinder immer nur zu Beginn des Kindergartenjahrs, also zum 1. August, anmelden könnten. Kaiser geht davon aus, dass kurzfristig noch zehn Kinder nach Uschlag kommen.

Befürchtung: Noch mehr Lehrstand wegen Waldkita

Grebenstein befürchtet unterdessen, dass sich der Leerstand in Uschlag noch vergrößert, wenn die Staufenberger Wald-Kita in Betrieb geht. Der Bürgermeister warnt Eltern davor, ihre Kinder in den bestehenden Kitas in Landwehrhagen, Lutterberg und Uschlag abzumelden. Er halte es für „wenig wahrscheinlich“, dass die Wald-Kita zum 1. November eröffnet werde.

„Wir haben bisher noch keine Baugenehmigung“, bestätigt Wald-Kita-Sprecherin Cordula Binder. Außerdem fehle bisher die Zusage Staufenbergs zur Übernahme der Betriebskosten. Vom kommenden Jahr an springe dann wahrscheinlich der Landkreis Göttingen ein, den sie als „sehr kooperativ“ erlebe. Binder hofft, dass die Wald-Kita mit ihren 15 Plätzen noch in diesem Jahr eröffnet. Derzeit hätten sie sieben Anmeldungen. (Michael Caspar)

Ukrainische Kinder profitieren von Leerstand

Die Kindertagesstätte in der Uschlager Dorfgemeinschaftsanlage gewinnt der mangelnden Auslastung ihrer Einrichtung positive Seiten ab, berichtet Bürgermeister Bernd Grebenstein. Bei kleineren Gruppen könnten die Mitarbeitenden besser auf ukrainische Kinder eingehen und sich so besser um deren Integration kümmern, führt der Verwaltungschef aus. Er selbst sagt zum Leerstand: „Mit Beginn des nächsten Kita-Jahres kann schon wieder alles völlig anders aussehen.“

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