Stolpern statt Vergessen

Gedenkstein ins Gehwegpflaster: Gunter Demnig passt den Stolperstein für Jacob Isenberg vor dem Haus Lange Straße 8 ein. Fotos: Sangerhausen

Dransfeld. 14 weitere Namen jüdischer Mitbürger Dransfelds begegnen jetzt Fußgängern in der Stadt: Das Bürgerforum 9. November hat 14 neue Stolpersteine verlegen lassen.

An zwei Standorten in der Langen Straße, einmal in der Bahnhofstraße und einmal vor der Synagoge, ging der Kölner Künstler Gunter Demnig in die Knie und passte die glänzenden Erinnerungstafeln in die Gehwege ein. Begleitet wurde er dabei von den Initiatoren der Gedenk-Aktion und Menschen, denen dieses Andenken wichtig ist. Marita und Nico Böddiker sowie Irmi Weiland begleiteten als Klezmer-Trio die Verlegung der Steine mit der passenden Musik.

Auf den Stolpersteinen sind die Namen und Geburtsdaten der Menschen verzeichnet, die an dem jeweiligen Ort gewohnt haben und, sofern bekannt, auch Todesdatum und -ort. Manchmal verlieren sich die Spuren der einstigen Mitbürger, andere wiederum suchten später selbst den Kontakt in die alte Heimat oder ihre Nachkommen korrespondieren mit dem Bürgerforum. Ob Briefe, Fotos oder aktuelle Begegnungen: Alles wird gesammelt und geordnet, sodass eine Broschüre einmal Auskunft geben soll über das Schicksal der Menschen, die einst voll in das Leben der Stadt integriert waren und dann herausgerissen wurden. In Arbeit sei auch ein Rundgang zu den Dransfelder Stolpersteinen, kündigte Ernst Achilles-Wengel an.

Bürgermeister Rolf Tobien dankte dem Bürgerforum für dessen Arbeit. Zwar habe er, Jahrgang 1945, in seiner Kindheit in Friedland noch einiges über die damalige Zeit erfahren, aber so intensiv, wie jetzt in Zusammenhang mit den Gedenksteinen sei das nicht gewesen. An jeder Adresse gaben Mitglieder des Bürgerforums kurze Einblicke in die Geschichte der Familien. (tns)

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