Katzenschutz

Was tun gegen die Streuner im Landkreis Göttingen?

+
Verwilderte Katzen können zu einem Problem werden (Symbolbild).

Krankheiten, unkontrollierte Vermehrung, Bedrohung für seltene Vogelarten: Verwilderte Katzen können zu einem Problem werden. Der Landkreis Göttingen will den Kommunen helfen. 

Der Landkreis Göttingen hat daher bei der vergangenen Kreistagssitzung die Erstellung einer Musterverordnung über die Kastrations- und Kennzeichnungspflicht von Katzen beschlossen. Was hat es damit auf sich? Fragen und Antworten:

Wer hat die Musterverordnung angeregt?

Die Gruppe SPD/Grüne/Freie Wählergemeinschaft (FWLG) im Kreistag wies in ihrem Antrag darauf hin, dass bisher jegliche rechtliche Handhabe, eine Registrierung und Kastration durchzusetzen fehle.

Bei einer Katze, die nicht gekennzeichnet und registriert sei, müsse davon ausgegangen werden, dass es sich um eine herrenlose und eventuell verwilderte Katze handele, die dann zu kennzeichnen, zu registrieren und zu kastrieren sei.

Was bedeutet Musterverordnung?

Mit Musterverordnung ist gemeint, dass der Landkreis eine beispielhafte Verordnung über die Kastrations- und Kennzeichnungspflicht erarbeitet und diese dann den Gemeinden zur Verfügung stellt. 

Diese können dann eine eigene, rechtlich bindende Verordnung erlassen. Der geänderte Antrag wurde bei der Kreistagssitzung am 2. Oktober mehrheitlich beschlossen.

Warum hat der Landkreis Göttingen keine bindende Verordnung beschlossen?

Dr. Thomas Patzelt, Fachbereich Veterinärwesen des Landkreises Göttingen hatte verdeutlicht, dass das Land Niedersachsen die Möglichkeit zu einem Erlass entsprechender Katzenschutzverordnungen den Städten und Gemeinden, nicht aber den Landkreisen zugewiesen habe.

Daher sei der Landkreis für eine für alle Gemeinden bindende Verordnung nicht zuständig. Aus diesem Grund hatte die Kreistagsgruppe einen Änderungsantrag für eine Musterverordnung vorgeschlagen, der mehrheitlich angenommen wurde.

Was sind die Argumente der Befürworter?

Gudrun Surup (SPD) erklärte, dass sie eine Musterverordnung für die Gemeinden für sinnvoll halte.

Sie werde als Ortsbürgermeisterin von Volkmarshausen regelmäßig auf die Probleme streunender Katzen angesprochen.

Dr. Carl Stiller (FPD) sprach darüber hinaus von einem Serviceangebot für die Kommunen.

Was sagen die Kritiker?

Sigrid Jacobi (CDU) sagte, die Natur sei manchmal grausam. Das könne eine Verordnung nicht ändern. In der Stadt mache so etwas Sinn, im ländlichen Raum gelte es aber, der Natur freien Lauf zu lassen. Andreas Körner (CDU) kritisierte den Verwaltungsaufwand: „ Wir sind nicht zuständig“, betonte er. Stattdessen würden derlei Anträge die Verwaltung unnötig belasten, so Körner. 

Hintergrund: Katzenschutzverordnung in Hannover

Der Deutsche Tierschutzbund schätzt, dass es in Niedersachsen 200 000 frei lebende Katzen gibt. Laut Niedersächsischem Ministerium für Landwirtschaft sind viele der Katzen in einem schlechten Ernährungszustand, leiden an Parasiten, Krankheiten und stellen eine Gefahr für Hauskatzen dar. Die Stadt Hannover hat zum 1. Januar 2019 bereits eine Katzenschutzverordnung in Kraft gesetzt. Darin geregelt ist unter anderem eine Kastrationspflicht für freilaufende Katzen, an die sich Halter und Personen, die die Katzen regelmäßig füttern, halten müssen. Zudem müssen Katzen, die älter als fünf Monate sind, mit einem Mikrochip gekennzeichnet und in ein Register eingetragen werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.