Betroffene Gebiete werden bei Gefahr gesperrt

Südniedersachsen: Jetzt droht das große Buchensterben

+
Sterbende Buchen: An den ausgelichteten Kronen kann man erkennen, welche Bäume als nächste fallen. 

Orkane, Dürre und Borkenkäferfraß haben aus Nadelwäldern in der Region bereits vielerorts Kahlflächen gemacht. Jetzt sterben die Buchen.

Ursache seien die Trockenheit sowie zahlreiche Schadorganismen, welche die geschwächten Buchen befallen, informieren die Niedersächsischen Landesforsten. Vor allem der Süden Niedersachsens sei betroffen.

Die rasante Entwicklung macht den Forstexperten Sorgen. Das Absterben geht sehr schnell. Ohne Vorwarnung könnten Kronenteile abbrechen.

Die Sicherheit der im Wald arbeitenden Menschen und der Waldbesucher habe oberste Priorität.

Wo Gefahr droht, muss in Waldgebieten gesperrt werden 

„Dort, wo die Gefahr für Erholungssuchende zu groß ist, muss der Zugang zu Waldgebieten vorübergehend gesperrt werden“, erklärt Klaus Jänich von den Landesforsten, und: „Der Klimawandel begünstigt die Ausbreitung von Insekten und Pilzerkrankungen. Lange Dürrephasen, wie wir sie künftig häufiger erwarten müssen, machen dem gesamten Ökosystem Wald zu schaffen.“ 

Förster und Waldeigentümer sind seit eineinhalb Jahren damit beschäftigt, Käferbäume zu fällen. Während die Fichte oft flächenweise abstirbt, weithin sichtbar durch rot-braune Nadeln und große Kahlflächen, fallen bei der Buche nur Einzelbäume sofort auf. 

Schaut man aber genau hin, wie Förster Martin Spletter und Waldbesitzer Ludolf von Stockhausen in Wellersen, sieht man: Völlig gesunde Buchen muss man suchen.

Bäume haben den Trockenstress des Vorjahres nicht verkraftet

Viele Buchen sind kahl oder tragen kaum noch Laub, die Blätter sind braun oder klein und verkümmert. Mächtige Baumgiganten, über 100 Jahre gewachsen, haben den Trockenstress des Vorjahres nicht verkraftet und verabschieden sich.

„Wir haben das Phänomen Ende August 2018 zum ersten Mal beobachtet, besonders auf flachgründigen Kalkstandorten, und es als vorübergehende Trockenheitserscheinung gewertet“, sagt Förster Spletter. Aber: Wollschildläuse und Pilze geben immer mehr der geschwächten Bäume den Rest.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.