Abholung der Lebensmittel kostet 50 Cent

Tafel in Hann. Münden unterstützt 2100 Bedürftige

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Haltbare Lebensmittel: Ab und zu bittet die Tafel Münden, "eins mehr" zu kaufen und zu spenden, um das Angebot ergänzen zu können. 

Hann. Münden. Verschwendung von Lebensmitteln auf der einen, Menschen mit wenig Geld auf der anderen Seite: Dazwischen sind die Tafeln aktiv.

Doch längst nicht alle, die nutzungsberechtigt wären, holen sich dort günstige Lebensmittel. In Deutschland landen nach Angaben der Tafel Deutschland jährlich etwa elf Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll, obwohl man sie noch essen könnte. Gleichzeitig gibt es, auch im Altkreis Münden, Menschen, die sich nicht ausreichend selbst versorgen können. Die Tafel in Hann. Münden unterstützt derzeit etwa 2100 Bedürftige mit Lebensmittelspenden. „Wir haben 770 Kundenkarten an Einzelpersonen, Paare und Familien ausgegeben“, berichtet Barbara Jankowski, Geschäftsführerin der Diakonie Kirchenkreis Münden.

Laut Peter Martin, Vorsitzender der Mündener Tafel, werden nur etwa 15 Prozent der Menschen versorgt, die eigentlich Anspruch auf eine Versorgung durch die Tafel hätten. Einen Anspruch haben Geringverdiener, Hartz-IV-Empfänger, Arbeitslose und Rentner, die Grundsicherung erhalten sowie einen Wohngeldbescheid nachweisen können. Zwei Mal pro Woche werden Lebensmittel ausgegeben: „Im Gegensatz zu anderen Tafeln, die die Ausgabe der Lebensmittel reglementieren, indem eine Kunde zum Beispiel nur einmal die Woche oder 14-tägig Lebensmittel abholen darf, schränken wir die Ausgabe nicht ein“, erklärt Jankowski. 

Etwa 9600 Tüten mit Nahrung werden im Jahr ausgeteilt. Nach wie vor kostet eine Abholung von Lebensmitteln 50 Cent. Diese niedrigen Kosten sind möglich, weil die Einrichtung ihre Betriebskosten gering halte. Unter anderem stellt die Stadt mietfrei Räume im Mehrgenerationenhaus zur Verfügung. Außerdem habe die Tafel einen Stamm an 50 ehrenamtlichen Mitarbeitern. Der größte Kostenfaktor sei der Fuhrpark, für die Fahrzeuge fallen Benzin-, Wartungs- und Versicherungskosten an.

Dank Spenden sei es bis jetzt stets gelungen, die Ausgabegebühr gering zu halten. Nun konnte, ebenfalls dank Spenden ein neues Fahrzeug angeschafft werden. 

Die Mündener Tafel gründete sich 2005 als Verein und nahm ihre Arbeit im Juni 2005 auf. Seitdem geben die ehrenamtlichen Helfer zwei Mal in der Woche Lebensmittel an Menschen mit geringen Einkommen aus. Derzeit werden immer montags und mittwochs ab 11.30 Uhr Lebensmittel ausgeteilt. Zu Beginn erfolgte die Ausgabe allerdings noch im Gemeindehaus der reformierten Gemeinde in der der Burgstraße. Aus Platzgründen zog die Mündener Tafel 2008 in die Räume der katholischen Kirchengemeinde und 2011 in das Geschwister-Scholl-Haus, Friedrich-Ludwig-Jahn Straße 4, um wo noch heute die Ausgabe stattfindet.

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