Dr. Thomas Matusche: Ein Richter kehrt heim

Neuer Direktor der Amtsgerichts: Dr. Thomas Matusche wird am Montag im Welfenschloss mit einer Feierstunde in sein Amt eingeführt. Zugleich wird sein Vorgänger Dr. Wilfried Kraft verabschiedet. Foto: Maaß

Hann. Münden. „Es ist wie nach Hause kommen", sagt Dr. Thomas Matusche. Bereits von 2001 bis Mitte 2007 war er Richter am Amtsgericht Hann. Münden, zuständig für Jugendstrafrecht und Zivilrecht. Jetzt kehrt er als dessen Chef zurück und wird als Direktor auch die Strafrechtsabteilung leiten. „Ich war immer gerne in Münden", sagt der 49-Jährige. Das Gericht sei sehr gut geführt, und er freue sich auf die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern und Kollegen.

Während seiner Arbeit im Justizministerium, dorthin war er 2007 gewechselt und leitete zuletzt das Haushaltsreferat, habe er Hann. Münden immer im Blick gehabt mit der Option, Dr. Wilfried Kraft eines Tages zu beerben.

In Hannover, wo er Verwaltungsaufgaben inne hatte, hing die Robe ungenutzt im Schrank und erinnerte ihn daran, dass er eigentlich Richter geworden sei, um auch Richter zu sein. Das war dann wieder am Amtsgericht in Northeim möglich, wo er zugleich stellvertretender Direktor war.

Northeim war für ihn aber nur ein Zwischenschritt. Vor allem auch wegen der Fahrerei von Dransfeld aus, wo Matusche mit seiner Frau und den vier Kindern seit Jahren lebt. Die Zeit, die ihm sein Beruf lasse, widme er ganz seiner Familie. Auch deshalb habe er kein Hobby, sieht man einmal von den Besuchen der Staatsoper in Hannover ab. Zudem engagiert er sich in der Katholischen Kirchengemeinde St. Marien in Dransfeld.

In Hann. Münden könne er sich vorstellen, seine übrige Berufszeit zu verbringen. Er liebe überschaubare Einheiten, wie sie ein Amtsgerichtsbezirk biete. Es sei sehr angenehm, wenn sich Richter und Anwälte der Region kennen. Das erleichtere die Arbeit.

Für einen Richter komme es darauf an, sich in die Menschen hineinversetzen zu können, die vor Gericht stehen, und dabei gleichzeitig die Opfer im Blick zu haben. Die menschliche Dimension sei genauso wichtig wie die Paragraphen. (ems)

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