Prognose für 2015

Über 600 Flüchtlinge im Landkreis Göttingen erwartet

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Landkreis Göttingen. Die Städte und Gemeinden im Landkreis Göttingen stellen sich darauf ein, in diesem Jahr voraussichtlich mehr als 600 Flüchtlinge aufzunehmen.

Die Stadt Göttingen als größte Kommune im Landkreis erwartet für 2015 eine Zuweisung von mindestens 500 Flüchtlingen, sagte Pressesprecher Detlef Johannson.

Im vorigen Jahr hatte das Oberzentrum rund 350 Flüchtlinge aufgenommen. Aufgrund der angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt hatte die Stadtverwaltung Kontakt mit dem Gemeinnützigen Bauverein in Hann. Münden aufgenommen. Die Wohnungsgenossenschaft hatte sich bereit erklärt, Flüchtlinge in ihren Mietwohnungen aufzunehmen.

Den anderen Kommunen im Landkreis - außer Göttingen - werden bis Ende September 102 Flüchtlinge zugeteilt. Diese Zahl nannte der Pressesprecher des Landkreises Göttingen, Ulrich Lottmann. Die sogenannten Quoten, wie viele Flüchtlinge auf die Kommunen verteilt werden, werden vom Land zugewiesen. Zurzeit leben 441 Asylbewerber in den Landkreisgemeinden - die Stadt Göttingen nicht einberechnet.

Der Landkreis Göttingen ist durch die Existenz des Grenzdurchgangslagers Friedland in einer Sondersituation. Die in Friedland aufgenommenen Flüchtlinge werden bei der Bemessung der Quote angerechnet - entlastend für den Landkreis. Zur Finanzierung der Wohnungsmieten und Betreuung der Flüchtlinge müssen Stadt und Landkreis Göttingen erheblich beitragen, da die pauschalierten Erstattungen die Kosten nicht decken.

Die Pauschale des Landes beträgt seit 1. Januar jährlich 6195 Euro pro Flüchtling, teilt der Sprecher des Innenministeriums, Matthias Eichler, mit. Das sind 200 Euro mehr als bisher. Göttingens Pressesprecher Johannson berichtet, für 2014 werde im Haushalt vermutlich eine Lücke von mindestens 1,8 bis zwei Millionen Euro entstehen. Der Landkreis legte im Jahr 2013 710.000 Euro drauf. (kri)

Flüchtlingszahlen in anderen Landkreisen im Jahr 2014

Die Entscheidung, wie viele Flüchtlinge in welchen Landkreis kommen, fällt in mehreren Schritten.

Zunächst wird nach dem sogenannten Königsteiner Schlüssel jedem Bundesland ein bestimmter Prozentsatz an Asylsuchenden zugewiesen. Diese Quote wird ausgehend vom Steueraufkommen und der Bevölkerungszahl des jeweiligen Bundeslandes ermittelt.

Anschließend werden innerhalb des Bundeslandes die Flüchtlinge den Landkreisen bzw. Kreisfreien Städten zugeordnet. Auch das richtet sich nach einer Quote, die sich vor allem an der Bevölkerungszahl orientiert. Ein Kreisausschuss deligiert die Flüchtlinge schließlich an die kreisangehörigen Gemeinden.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass Asylsuchende in Deutschland proportional von der Bundesebene auf die Kommunalebene verteilt werden.

So hat sich die Zahl der Asylsuchenden in Deutschland über die Jahre hinweg verändert.

Quelle: Regierungspräsidium Darmstadt, Landkreis Northeim, Landkreis Göttingen, Bundesamt für Migration und Flüchtlinge

Geodaten: © GeoBasis-DE / BKG 2015 (Daten verändert)

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