Erst reserviert, dann nicht gekommen

Unsitte macht Restaurants zu schaffen: Bestellte Plätze bleiben frei – ohne Absagen

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Weihnachtsessen: Im Restaurant geht das oft nur mit langfristiger vorheriger Reservierung. Diese einzuhalten oder rechtzeitig abzusagen ist ein Gebot der Höflichkeit, das nicht alle beherzigen.

Erst Tische im Restaurant reservieren und dann einfach nicht kommen: Das wird zunehmend zu einem Ärgernis für Gastronomen. Dabei ist eine Reservierung nicht unverbindlich.

„Diesen Gästen fehlt das Verständnis für den Schaden den sie dadurch anrichten“, sagt Torsten Roß, Inhaber des Gasthauses Brauner Hirsch in Laubach.

Er hat in der Vergangenheit öfter die Erfahrung gemacht, dass die Gäste nicht erschienen sind, ohne abzusagen oder aber, es wurde für eine bestimmte Anzahl reserviert und nachher kamen erheblich weniger Personen. „Hätte man rechtzeitig abgesagt, hätte ich Anfragen anderer Gäste nach freien Plätzen zusagen können“, so Roß.

Er weiß auch von Gesprächen mit Kollegen, dass größere Gruppen in mehreren Restaurants die gleiche Anzahl Plätze reservieren ließen und dann überlegten, welches Restaurant bevorzugt am Abend besucht wird, ohne den anderen gar nicht oder nur wenige Minuten vorher abzusagen.

Das ist besonders an den Wochenenden und Feiertagen ärgerlich. Um dem im Weihnachts- und Silvestergeschäft vorzubeugen, gibt es in seinem Haus inzwischen Tickets: Pro Person und Reservierung wird eine Karte für 20 Euro ausgegeben. Der Betrag wird auf den Verzehr am Reservierungstag angerechnet. Bis vier Tage vor der Reservierung ist eine kostenfreie Stornierung möglich. „Unsere Gäste haben Verständnis für dieses Konzept, berichtet Torsten Roß.

„Eine Tischreservierung nicht wahrzunehmen ohne abzusagen ist nicht nur unhöflich, sondern bedeutet für den Wirt ein Minusgeschäft“, betont Torsten Heede, Besitzer des Jagdhaus Heede. Diese Plätze könnten gut besetzt werden, würde rechtzeitig Bescheid gesagt. In der Regel habe das für die Buchenden, die dann einfach wegbleiben, keine negativen Konsequenzen. Trotzdem sei die Reservierung eines Tisches im Restaurant nicht unverbindlich, „denn man hat einen Vertrag abgeschlossen“, macht Heede deutlich. Er wolle aber auch nicht mit Überbelegung arbeiten, dann würden die Gäste das Vertrauen verlieren.

„Eigentlich ist es eine Frage des Anstandes, dass man eine Reservierung absagt, wenn man diese nicht wahrnehmen möchte“ sagt dazu Antonio Iannibelli, Inhaber vom Restaurant Die Reblaus. „Bei Gruppen notieren wir die Telefonnummer und fragen kurz vor der Reservierung noch einmal nach, ob es bei der Anzahl und dem Termin bleibt“, erläutert Iannibelli. „Wir leben von jedem Sitzplatz“. Glücklicherweise komme es bei ihm nicht so häufig vor, allerdings hat er an einem Feiertag auch schon erlebt, dass zwölf Gäste angemeldet waren und nur acht gekommen sind. Doch in der Stadt ließen sich die Plätze schneller wieder besetzen, als in ländlichen Gebieten.

Martina Lange, Chefin des Gasthauses Letzter Heller erklärt, dass vor allem an den Wochenenden und den Feiertagen für Gastronomen jeder Tisch zählt. „Gruppen die angemeldet sind und nicht kommen verursachen Einnahmeeinbußen, weil der Kostendruck für Unternehmer immer mehr steigt“, bekräftigt Martina Lange. Es sei nicht die Regel, dass angemeldete Gäste nicht erscheinen, doch es sei schon vorgekommen. Sie würde vor dem Termin noch einmal den telefonischen Kontakt suchen. 

Deshalb appellieren die Gastronomen an die Gäste, eine Tischreservierung rechtzeitig abzusagen. Man sei auf einen vernünftigen Umgang miteinander angewiesen. Schließlich ist es auch für jene frustrierend, die gern einen Platz bekommen hätten, aber abgelehnt wurden, weil alles – laut Buchung – schon belegt war.

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