Ein Kuss wie für Dornröschen

Unternehmer hat Mündener Bahnhof neues Leben eingehaucht

Das Bistro im Bahnhof: Bahnhofseigentümer Peter Schüller hat die Bistro-Räume an den Mündener Michael Berger vermietet, der es unter dem Namen Voie 1 führt. Foto: Maaß

Hann. Münden. Vor zehn Jahren hat der Unternehmer Peter Schüller den Mündener Bahnhof gekauft und ihm neues Leben eingehaucht.

Dass Hann. Münden zur Überraschung vieler Zugtouristen noch immer einen attraktiven Bahnhof mit Serviceangeboten hat, verdankt die Stadt dem Mündener Unternehmer Peter Schüller. Er kaufte das Gebäude 2003 der Deutschen Bahn ab, als sie Hann. Münden nur noch als Haltepunkt anfahren und das Bahnhofsgebäude selbst aufgeben wollte. Schüller sanierte es von Grund auf.

Vor zehn Jahren hat der EDV-Kaufmann es dann mit einer großen Feier wieder für die Öffentlichkeit geöffnet, mit Bistro, Sanitäranlagen und Info-Point für den Fahrkartenverkauf. „Bahnhof erwacht aus Dornröschenschlaf“, titelte damals unsere Zeitung.

Hann. Mündens Bürgermeister Harald Wegener nennt den Bahnhof ein „Vorzeigeprojekt“ und gratuliert Schüller zum zehnjährigen Bestehen. „Das persönliche Engagement von Peter Schüller und seinen Mietern zeigt sich daran, dass die Anlage sehr attraktiv geworden ist.“

Für Schüller ist der Bahnhof ein Steckenpferd. Gewinne machen dürfe er nicht, weil er für die Sanierung damals Fördermittel erhalten habe, sagt er. Mit den Mieteinnahmen decke er gerade die Betriebskosten, die bei rund 15 000 Euro im Jahr lägen.

Rund eine Million Euro hat er nach dem Kauf 2003 investiert und das Gebäude umgebaut, saniert und auch die Außenmauern von ihrem roten Anstrich befreit, damit das Backsteinmauerwerk des über 100 Jahre alten Gebäudes wieder in seiner alten Pracht erstrahlen kann. Für die Sanierung erhielt Schüller rund 440 000 Euro an Fördermitteln von der Landesnahverkehrsgeselschaft Niedersachsen. Damit verbunden war aber eben auch die Auflage, für Bahnkunden Serviceangebote wie Fahrkartenverkauf, Toiletten und eine angenehme Wartehalle anzubieten. Im Angebot hat er zudem, dass Fahrgäste in einem gesicherten Unterstand einen Platz für ihr Fahrrad mieten können.

Aber der Bahnhof ist mehr als eine gute Servicestation. Er etabliere sich zunehmend als Standort für kulturelle Veranstaltungen, so Schüller.

Neben dem Bistro Voie 1 gehören nach Schüllers Angaben heute eine Firma für Textildruck, der Tüv, eine Steuerkanzlei, ein Versicherungsbüro und die Hessische Landesbahn mit Info-Point und Fahrkartenverkauf zu den Mietern.

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