Jederzeit bereit zum Senden

Lokalradio Dransfeld hofft weiterhin auf eigene Frequenz

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Der Verein Lokalradio Dransfeld Verein: die Gründungsmitglieder 2008 am Gaußturm Dransfeld, von links Rolf Silz, Wilfried Kreuz, Roman Nowak, Dirk Kaufmann, Sören Jünemann, Dietmar Lück und Martin Groß. 

Dransfeld. Das Lokalradio Dransfeld könnte jederzeit senden – doch seit Jahren schon bemüht sich der Verein in Meensen um eine Sendeerlaubnis und eine passende Rundfunkfrequenz. 

Nun gibt es neue Hoffnung, berichten Vereinsvorsitzender Wilfried Kreuz und der Technische Leiter des Lokalradios, Rolf Silz. Denn nachdem die Landesmedienanstalt lange die Bemühungen des Vereins abgeblockt habe, soll es in diesem Jahr noch zu erneuten Gesprächen kommen. Nun hoffe man, dass der Verein bald wie geplant sein bürgernahes Programm für die Samtgemeinde Dransfeld bis in den Raum Münden hinein senden kann. Der sechsköpfige Verein gründete sich 2008 und besteht aus Mitgliedern vom Fach: Viele der ehrenamtlichen Mitglieder sind hauptberuflich bei Hörfunk und Fernsehen beschäftigt oder mit den Medien stark verbunden.

Vorsitzender Wilfried Kreuz macht beispielsweise seit den 1970er-Jahren Radio, zuerst mit einem Piratensender, von 1977 bis 1995 dann den Meensener Rundfunk und später beim Stadtradio Göttingen, wo er unter anderem als Musik- und Produktionsredakteur tätig war. Seit 2004 ist er selbstständiger Ton- und Filmproduzent.

Der Verein Lokalradio Dransfeld Verein: die Gründungsmitglieder 2008 am Gaußturm Dransfeld, von links Rolf Silz, Wilfried Kreuz, Roman Nowak, Dirk Kaufmann, Sören Jünemann, Dietmar Lück und Martin Groß.

Besonders Live-Sendungen waren sein Steckenpferd: Übertragungen von vor Ort, beispielsweise vom Kaufpark oder in der Fußgängerzone der Göttinger Innenstadt, von Veranstaltungen in der Region oder bei Nachrichten auch in der Samtgemeinde Dransfeld und in Meensen. „Die Hörer haben das Radio wahrgenommen und wir waren mit Begeisterung dabei“, erzählt Kreuz. Über 5000 Live-Sendungen habe er gemacht. Die Nähe zum Hörer war den Radiomachern damals wichtig, und auf ähnliche Weise wolle man es mit dem Lokalradio Dransfeld auch handhaben. Das Ziel sei, ein gemeinnütziges, bürgeroffenes und für die Allgemeinheit zugängliches lokales Radio zu schaffen.

Als erstes Projekt habe man ein Veranstaltungsradio mit den Kirchen in der Samtgemeinde im Blick. So könnten Menschen, die zum Beispiel aus gesundheitlichen Gründen nicht an den Gottesdiensten ihrer Kirchengemeinde teilnehmen können, auf elektronischem Wege dabei sein. Auch ein Programmpunkt „Schulradio“ ist in der Überlegung. Als Sendestandort sei der Gaußturm ideal, so der Verein, denn „in welcher Gemeinde steht in der Mitte ein Funkturm?“ Der Verein habe Messungen auf dem Gaußturm beauftragt. Die Sendetechnik wurde mittlerweile mehrmals überprüft, ein 6-Watt-Sender sei möglich, erklären Wilfried Kreuz und Rolf Silz, technischer Leiter im Verein.

Seit Jahren warte man nun auf eine Genehmigung, mit einer lokalen Frequenz vom Gaußturm zu senden. Bislang sei es daran gescheitert, dass das Lokalradio Dransfeld zu nah an lokalen Frequenzen des Hessischen Rundfunks und des Deutschlandfunks grenzen würde, habe die Landesmedienanstalt dem Vereinsvorstand vor Jahren erklärt. Nun bemühe man sich erneut und befinde sich am Scheideweg. Man hoffe auf positive Gespräche mit der Landesmedienanstalt, damit das eingeschlafene Vereinsleben wiederbelebt und das Lokalradio Dransfeld realisiert werden kann. Ansonsten stünden noch zwei weitere Optionen zur Verfügung: der Aufbau eines Internetradios oder  die Auflösung des Vereins.

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