Verhandlung zu Brand in Imbsen: Gericht verurteilt 44-Jährigen zu Geldstrafe

Hann. Münden/Imbsen. Wegen fahrlässiger Brandstiftung hat das Amtsgericht Hann. Münden einen selbstständigen Kfz-Schlosser aus dem Raum Dransfeld zu einer Geldstrafe von 2400 Euro verurteilt.

Die Strafe kann der 44-Jährige in 120 Tagessätzen à 20 Euro abstottern. Auch die Kosten des Verfahrens muss er tragen. Laut Anklage der Staatsanwältin soll der Kfz-Schlosser am 20. Juni vergangenen Jahres in Imbsen fahrlässig ein Feuer verursacht haben, das auf mehrere Werkstatträume und ein Gebäude übergriff, das zeitweise als Wohnung genutzt wurde. Beim Starten eines Autos sei durch die nicht richtig abgestellte Zündung ein sogenannter Abreißfunke entstanden, der ausgelaufenes Benzin entzündete und somit den Brand auslöste.

Laut dem Richter hatte sich der Angeklagte am Brandort gegenüber der Polizei zunächst anders geäußert als später in seiner polizeilichen Vernehmung. Erst hatte der 44-Jährige angegeben, an einem grünen Opel GT gearbeitet zu haben, wobei Benzin ausgelaufen sei, das dann nach einer Fehlzündung in Brand geraten sei. Bei der späteren Vernehmung hatte er aber angegeben, dass er nicht mehr an dem grünen Opel GT, sondern schon an einem anderen Wagen gearbeitet habe, als das Feuer ausbrach. Der Strafrichter sagte zu dem Angeklagten, dass er wohl zunächst spontan bei der ersten Befragung durch die Polizei die Wahrheit gesagt habe, dann aber nach Beratung mit anderen seine Auffassung geändert habe.

Vor Gericht sagt der Mann, er habe an jenem Tag zunächst vergeblich versucht, den grünen Opel GT zu starten. Daraufhin habe er die Benzinschläuche ausgewechselt. Nach zwei bis drei Startversuchen sei es ihm gelungen, die Zündung zu regulieren. Dann – so habe er damals nach dem ersten Eindruck vermutet– habe aber die Benzinleitung wohl Feuer gefangen. Geschweißt habe er nicht, versicherte der Angeklagte.Er war bei dem Versuch, noch Autos aus der brennenden Werkstatt zu retten, selbst verletzt worden. Der Sachverständige ging in seinem Gutachten davon aus, dass der Angeklagte nach dem Starten des Opels die Zündung nicht richtig abgestellt hatte. Dadurch habe die Benzinpumpe weiterhin Kraftstoff in den Vergaser gepumpt, aus dem das Benzin dann ausgelaufen sei. Als die Pumpe sich mangels Kraftstoff ausgestellt habe, sei ein sogenannter Abreißfunke entstanden, der das Benzin-Luft-Gemisch entzündet habe.

Für die Staatsanwältin war der Tatbestand der fahrlässigen Brandstiftung durch den Angeklagten erfüllt. Sie hielt eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten auf Bewährung für Tat und Schuld angemessen. Der Verteidiger des 44-Jährigen plädierte für eine mildere Bestrafung seines Mandanten. Der Strafrichter kam aufgrund des Sachverständigen-Gutachtens zu dem Schluss, dass der Angeklagte das Feuer fahrlässig verursacht habe, da er die Zündung nicht ausgestellt hatte. Der Richter hielt eine Geldstrafe für angemessen. Ob der Angeklagte das Urteil annimmt, blieb vor Gericht offen. (pdw)

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