Testkäufe: In acht von 18 Verkaufsstellen erhielten Jugendliche unter 18 Alkohol

Testkäufe: Jugendliche unter 18 Jahren erhielten Alkohol

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Der Gesetzgeber verbietet den Verkauf von Alkohol an Jugendliche unter 18 Jahren. Daran halten sich viele Händler nicht, wie der jüngste Testkauf durch Jugendliche im Altkreis Münden zeigte. Dieses Foto ist gestellt und wurde in einem Bremer Geschäft aufgenommen.

Hann. Münden/Dransfeld/Staufenberg. Ein erschreckendes Ergebnis ergaben Alkoholtestkäufe durch Jugendliche im Altkreis Münden.

In acht von 18 Verkaufsstellen in der Samtgemeinde Dransfeld, in der Stadt Hann. Münden und in der Gemeinde Staufenberg stellten Polizei, Jugendamt und Verwaltung „teilweise gravierende Verstöße gegen die Jugendschutzbestimmungen fest.“ Das berichtet Mündens Polizeichef Manfred Weber. Der Gesetzgeber verbietet, hochprozentigen Alkohol an Jugendliche unter 18 Jahren zu verkaufen.

In wenigen Einzelfällen seien Verkaufstellen dabei gewesen, die bereits bei früheren Testkäufen aufgefallen sind, so Weber.

Unter Federführung des Landkreises waren drei Kaufteams zusammengestellt worden, bestehend aus jeweils zwei 15 bis 17 Jahre alten Schülerinnen und Schülern sowie Mitarbeitern der Polizei, des Jugendamtes und der zuständigen Kommunalverwaltung.

Der Test sah so aus, dass die Schüler in den 18 Verkaufsstellen (Einzelhandel, Tankstellen und Kioske) Alkoholika auf das Laufband oder den Verkaufstresen stellten. Nach dem erfolgreichen Einkauf oder aber nach der Ablehnung durch die Kassiererin kam es jeweils mit der gesamten Gruppe und dem Verkaufspersonal zu einem Gespräch, indem der Testkauf nachvollzogen wurde.

Seit 2009 organisiert die Mündener Polizei gemeinsam mit Jugendamt des Landkreises sowie Stadt- und Gemeindeverwaltungen Alkoholtestkäufe durch minderjährige Jugendliche

„Schwarze Schafe“

Anders als bei den drei vorangegangenen Aktionen mit einer relativ geringen Zahl von Verstößen, bei denen es die Polizei noch mit mündlicher Ermahnung bewenden ließ, werden die jetzt ertappten „schwarze Schafe“ Verwarn- und Bußgelder erhalten. Deren Höhe legt der Landkreis nach einer Anhörung der Betroffenen fest.

Das Verkaufspersonal, erläutert die Jugendsachbearbeiterin des Kommissariats, Polizeioberkommissarin Cornelia Kallenbrunnen, sei zwar in allen Fällen geschult gewesen.

So gebe es in einer Reihe von Geschäften Signalgeber an den Kassen. Diese piepen, sobald Alkohol, Pralinen mit Alkoholinhalt oder Zigaretten eingescannt werden.

Allerdings hätten sich die Mitarbeiter an den Kassen von dem äußeren Erscheinungsbild der Jugendlichen leiten und sich nicht den Personalausweis zeigen lassen. Polizeichef Manfred Weber und Jugendsachbearbeiterin Kallenbrunnen kündigen weitere Testkäufe an.

Es gehe darum, Kinder und Jugendliche vor Alkoholkonsum zu schützen. (kri)

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