Die Ferien rücken näher

Vorsicht vor Tropen-Fieber: Experten raten Reisenden zu Impfungen 

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Urlaub in den Tropen: Reise-Impfung nicht vergessen.

Landkreis Göttingen. Sommerzeit ist Urlaubszeit, Reisen in Tropenregionen werden immer beliebter. Mediziner warnen daher vor Ansteckungen mit Tropenkrankheiten und das Einschleppen dieser Infektionen nach Deutschland.

Dazu einige Fragen und Antworten:

Welche Krankheiten kommen aus den Tropen?

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts wurden 2017 deutschlandweit 635 Fälle von Denguefieber gemeldet. Im ersten Trimester 2018 waren es 167 Erkrankungen in Deutschland. Der Virus wird über Stechmücken verbreitet und kommt in mehr als 100 tropischen und subtropischen Regionen vor. Typische Infektionsländer für Reisende aus Deutschland sind Thailand, Indien, Indonesien, Vietnam, die Philippinen, Malaysia, Sri Lanka und Brasilien. Noch selten, aber bereits in Deutschland angekommen, sind Ansteckungen mit dem Chikungunya-Virus. 2017 zählte das Robert-Koch-Institut 33 Fälle.

Wie viele Erkrankungsfälle gabs bislang im Kreis?

Dem Gesundheitsamt Göttingen wurden in 2017 zwei Fälle des Dengue-Virus gemeldet, in diesem Jahr sei bereits ein Fall bekannt. Andere Tropenkrankheiten, beispielsweise verursacht durch das Zika-Virus oder das Chikungunya-Virus, seien noch nicht aufgetreten.

Ist man im Landkreis also sicher vor einer Ansteckung?

Im Landkreis Göttingen sei die Ansteckung mit einer Tropenkrankheit theoretisch denkbar, das Risiko sei aber gering, informiert Dr. Anna Dudakova, Fachärztin für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). Mückenarten, die Überträger des Dengue-Virus sein können, sind auch in Deutschland bereits nachgewiesen worden. Gestochene Urlauber können die Erkrankung in die Heimat bringen. Die Inkubationszeit beträgt in der Regel vier bis sieben Tage. Auch sexuell übertragbare Krankheiten, wie das Zika-Virus, können nach Deutschland gelangen.

Wie äußern sich Tropenkrankheiten?

Viele der Krankheiten sind tückisch und verlaufen beispielsweise ohne oder nur mit milden Symptomen. Bei einem Dengue-Fieber treten in der Regel grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Kopf-, Glieder- oder Gelenkschmerzen, Hautausschlag oder Bindehautentzündung auf. Eine spezifische Therapie für die jeweiligen Erkrankungen gebe es nicht, man therapiere laut Dudakova symptomatisch.

Was kann man präventiv tun?

Ärzte beraten vor dem Antritt einer Reise über Prävention und Reisemedizin. Die Beratung hängt ab von Reiseziel, aktuelle gesundheitliche Situation in den Reiseländern, Aufenthaltsdauer, Reisestil. Wer beispielsweise nach Brasilien reist, wird über Gelbfieber informiert. Im Unterschied zu Dengue-, Chikungunya- und Zika-Virus gibt es gegen eine Gelbfiber-Virus-Infektion eine Impfung, die erste Grundimpfung sollte mindestens zehn Tage vor der Einreise erfolgen. Bei Krankheiten wie dem Dengue-Fieber und dem Chikungunya-Fieber, die über Insektenstichen übertragen werden, wird dazu geraten, geschlossene Kleidung zu tragen und Insektizide zu nutzen.

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