1. Startseite
  2. Lokales
  3. Hann. Münden

Warntag in der Region: Ab 11 Uhr heulten viele Sirenen

Erstellt:

Von: Thomas Schlenz, Jens Döll, Petra Siebert, Kira Müller, Ekkehard Maass

Kommentare

Die Warnmeldung über das Cell-Broadcast-System des Mobilfunkanbieters.
Die Warnmeldung über das Cell-Broadcast-System des Mobilfunkanbieters. © Jens Döll

Bundesweiter Warntag fand auch im Altkreis Münden statt. Nicht überall funktionierte der Alarm einwandfrei. Dieses Jahr gab es Meldungen aufs Smartphone.

Altkreis Münden – Am Donnerstag (08.12022) war der bundesweite Warntag. Wo verfügbar, sollten dafür alle Sirenen heulen, Handys bimmeln, Durchsagen gemacht werden, Radio und Fernsehen die Bevölkerung informieren. Wie lief der Warntag tatsächlich im Altkreis? Wir haben den Test gemacht:

Warntag Hann. Münden: Warnung ging ein

Schon die vergangenen Tage hörte, sah und las man in Radio, Fernsehen und Zeitung, dass der bundesweite Warntag vor der Tür steht. Gestern gegen 11 Uhr war es dann so weit: Schon morgens bereitete man sich darauf vor und wartete mit Spannung, ob die Sirenen heulen und die Handys eine Nachricht anzeigen.   Weder Katwarn-, noch Nina-App waren auf dem Handy von Volontärin Kira Müller installiert – gespannt wartete sie darauf, ob trotzdem eine Warnung eingeht.

Eine Minute vor 11 Uhr ploppte dann tatsächlich eine Nachricht auf, still und ohne groß Aufsehen zu erregen. Einige Minuten später bekam sie dann auch eine Nachricht von der weit entfernten Familie: „Du liebe Zeit, man weiß es und bekommt trotzdem einen Schrecken“.   Dennoch: Als es vorbei war, war unsere Volontärin froh, zu wissen, dass das Warnsystem – im Gegensatz zum vergangenen Jahr – dann doch funktioniert.

Stumme App

Als aktives Mitglied einer Freiwilligen Feuerwehr erwartete Redaktionsleiter Thomas Schlenz, dass auch eine Probealarmierung über die DIVERA-App auf dem Smartphone erfolgen würde. Dieses war aber nicht der Fall. Entgegen dem monatlichen Probealarm blieb die Alarmierungsapp diesmal stumm. Ebenso die Warnapp Katwarn.

Eine Warnung über das Cell Broadcast System des Mobilfunkanbieters kam mit etwa dreiminütiger Verzögerung auf das Handy. Gut, dass im Ernstfall im Heimatdorf noch die Sirene deutlich zu hören gewesen wäre. Sie ist und bleibt das verlässlichste System. Dumm nur, dass in Städten wie in der Kernstadt Hann. Münden, keine Sirenen mehr da sind, da sie vor Jahren abgebaut wurden.

Vorher informiert

Punkt 11 Uhr vibriert das Smartphone von Redakteur Jens Döll, die Warnung via Cell-Broadcast-System funktioniert. „Probewarnung für Deutschland - Es besteht keine Gefahr“ ist auf dem Display zu lesen. Bereits vor einigen Tagen informierte der Netzanbieter O2 mit einer SMS, dass Warnungen zum Schutze der Bevölkerung durch das System vorgenommen werden. Ein gelungener Testlauf also. Auch aus der Gemeinde Staufenberg waren die Sirenen zu hören, hieß es von der Gemeinde und von den Anwohnern. Damit scheint der Warntag, anders als vor zwei Jahren, dort funktioniert zu haben.

Handys in der Hand

In der Innenstadt von Münden heulte zwar keine Sirenen, aber der Probealarm aus einem der umliegenden Dörfer, mit dem auf und abschwellenden Sirenenton war deutlich wahrnehmbar, ebenso wie die Entwarnung mit dem Dauerton etwa zehn Minuten später.   Tatsächlich standen auch ein paar Menschen gegen 11 Uhr mit gezückten Handys auf der Straße, die die Warnung auf ihren Smartphones erhalten hatten.   Unter ihnen Friedel Raupp (68) aus Hann. Münden und seine Frau.

Entwarnung blieb aus

In Gimte heulten die Sirenen für nicht mal eine Minute. Von 11.10 bis 11.11 Uhr ertönten die Sirenen in dem Weserort ein zweites Mal. Allerdings sollte man sich allein auf die Sirenenwarnung verlassen, denn bei geschlossenen Fenstern waren die Warntöne kaum hörbar.

Heulte ebenfalls am Warntag um 11 Uhr auf: Sirene auf der Grundschule in Gimte.
Heulte ebenfalls am Warntag um 11 Uhr auf: Sirene auf der Grundschule in Gimte. © Petra Siebert

Effektiver waren die Smartphones. Doch bereits nach einem Blick auf die Meldung, kam der Hinweis der Serverüberlastung. Nicht alle Handys konnten die Warnung empfangen, da bei älteren Geräten oft nicht die technischen Voraussetzungen gegeben sind. Ab 11.45 Uhr sollte es dann die Entwarnung geben. Doch die ist ausgeblieben.

Stumme Sirene

In Lippoldshausen blieb die Sirene nach Angaben der Stadt stumm. Das Problem sei aber bereits am vergangenen Samstag beim monatlichen Probealarm aufgetreten. Grund für den Ausfall sei eine defekte Sicherung gewesen. Sie sei aber inzwischen ersetzt. „Die Sirene ist wieder funktionstüchtig“, teilte die Stadt weiter mit.  (Thomas Schlenz/Kira Müller/Jens Döll/Ekkehard Maaß/Petra Siebert)

Cell Broadcast für Warnmeldungen

Cell Broadcast (CB) kann genutzt werden, um Warnmeldungen an alle in einem bestimmten Abschnitt des Mobilfunknetzes befindlichen Mobilfunkendgeräte wie Smartphones und konventionelle Handys zu versenden.

Am bundesweiten Warntag 2022 wurde in Deutschland erstmals eine Probewarnung über Cell Broadcast versendet. Der Wirkbetrieb von Cell Broadcast beginne am 23. Februar 2023. Ab diesem Zeitpunkt können alle warnenden Behörden Warnmeldungen über Cell Broadcast versenden. Die Strategie für die Warnung in Deutschland sei es, die Bevölkerung auf vielen Wegen warnen zu können.

Dieses Vorgehen entspricht dem sogenannten Mehrkanalansatz oder „Warnmittelmix“. Hierfür habe der Bund das Modulare Warnsystem (MoWaS) entwickelt, das er betreibt und gemeinsam mit den Ländern und Kommunen nutzt. Jede Behörde könne damit eigenverantwortlich Warnmeldungen für ihren Bereich und gemäß ihrer eigenen Warnaufgaben über alle daran angeschlossenen Warnmittel verbreiten. Cell Broadcast soll technisch als ein weiterer, über das Modulare Warnsystem (MoWaS) ansteuerbarer Warnkanal eingerichtet werden.

Es werde somit die bereits angeschlossenen Warnkanäle und -mittel ergänzen und so für eine noch breitere Streuung von Warnmeldungen im Gefahrenfall sorgen, heißt es auf der Webseite des Bund-Länder-Projekts Warnung der Bevölkerung.

Auch interessant

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,
wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.
Die Redaktion