Tierischer Untermieter in Dorfkirche

Der Glöckner von Löwenhagen: Ein Waschbär steht im Verdacht, Glocken auszuschalten 

Dem Waschbär ist Matthias Freter bei einem Besuch im Kirchturm zufällig begegnet.
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Dem Waschbär ist Matthias Freter bei einem Besuch im Kirchturm zufällig begegnet.

Manchmal läuten die Glocken der Dorfkirche in Löwenhagen nicht. Der Grund: Ein Hebel im Turm ist umgelegt. Der Übeltäter soll wohl ein Waschbär sein, der im Kirchenturm wohnt.

Löwenhagen – Aufmerksamen Bewohnern von Löwenhagen ist es aufgefallen: Manchmal läuten die Glocken der Dorfkirche nicht. So zuletzt vor ein paar Wochen. Sie sprachen den Kirchenvorstand der evangelisch-lutherischen Gemeinde an. Und der machte sich auf den Weg in den Kirchturm, um dem Problem auf den Grund zu gehen.

Wie es schon seit ein paar Jahren hin und wieder der Fall ist, war auch dieses Mal ein großer, schwarzer Hebel im Turm umgelegt, berichtet Roswitha Kamm vom Kirchenvorstand. An besagtem Schalter seien Bissspuren zu erkennen.

Der schwarze Hebel schaltet die Glocke ein und aus.

Dem Kirchenvorstand sei seit zwei bis drei Jahren bekannt, dass ein Waschbär im Kirchenturm wohne. Das habe man zuerst an seinen Hinterlassenschaften dort erkannt. „Wir wissen nicht, wo er reinkommt“, sagt Kamm. „Da sind sie in der Beziehung schlauer als wir.“ Schließlich gelang dem Löwenhäger Matthias Freter ein Schnappschuss des scheuen Tieres.

Das Glockengeläut ist über eine Zeitschaltuhr geregelt. Drei Mal am Tag soll es läuten: morgens, mittags und abends. Die Technik sei vor etwa fünf Jahren modernisiert worden, sagt Kamm. Auch die Umstellung von Winter- auf Sommerzeit funktioniere automatisch. Alle zwei Jahre werde die Technik durch eine Spezialfirma aus Thüringen gewartet.

Die Kirche in Löwenhagen hat einen tierischen Untermieter, der sich wohl hin und wieder an der Technik zu schaffen macht.

Nun sei es bereits vorgekommen, dass zu Silvester die Glocken entsprechend der Programmierung um Mitternacht läuteten und die nächsten Nächte ungeplanterweise wieder nachts zu hören waren. In den Turm gelange man nur mit einem Schlüssel, den der Vorstand selbst habe.

Der Waschbär ist daher stark im Verdacht, wenn der Schalter wieder in falscher Position vorgefunden wird. Um zu verhindern, dass der tierische Kirchenbewohner die Technik weiter manipuliert, soll nun ein Kasten oder Draht, um den Hebel angebracht werden, damit dieser nicht mehr umgelegt werden kann.

VON KIM HENNEKING

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