Wasser wichtiger Transportweg

Bundestagskandidaten nehmen Stellung zum Erhalt der Güterschifffahrt

Altkreis Münden. Die Güterschifffahrt auf der Oberweser ist Thema unserer aktuellen Facebookfrage an unsere Bundestagskandidaten. Unternehmen aus der Region verschiffen zunehmend schwere Bauteile von Hann. Münden über die Weser Richtung Nordsee, sehen aber den Güterverkehr in Gefahr, wenn die Oberweser als sonstige Wasserstraße abgestuft bleibt.

Unsere Frage lautete: Wie stehen Sie zum Erhalt der Oberweser für die Güterschifffahrt?

Lutz Knopek (FDP): Egal ob für Gütertransporte, den Tourismus oder den Sport, die Oberweser muss schiffbar bleiben. Das hat auch der Bundesverkehrsminister in der Diskussion um die Reform der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes wiedeholt betont. Der von CDU, FDP und Grünen forcierte Umbau der Wasser- und Schifffahrtsämter bleibt richtig, da Kosten und Nutzen bei der bestehenden Verwaltungsstruktur in keinem Verhältnis stehen.

Lutz Knopek

(...) Ich bin jedoch dafür, dass der Bund bei der Kategorisierung der Wasserstraßen mehr Faktoren als nur die transportierte Tonnage berücksichtigen sollte. Volumen und Wertschöpfung der Transporte sowie die Verkehrsprognosen müssen stärker beachtet werden. (...)

Theodor Sommer

Theodor Sommer (Freie Wähler): Die Freien Wähler unterstützen den Erhalt und den Ausbau der Oberweser als Wasserstraße. Hier wird der Mittelstand mit Zukunft unterstützt. Diese Firmen stellen hochwertige Arbeitsplätze für die Region zur Verfügung und zahlen Steuern. Die Förderung des Mittelstandes und ein Erbrecht, das Klein- und Mittelstandsbetriebe nicht über Gebühr steuerlich doppelt belastet steht ganz oben auf dem Forderungskatalog. Als wichtiger Baustein im Tourismus ist die Wasserstraße unverzichtbar.

Fritz Güntzler (CDU): Der Erhalt der Güterschifffahrt für die Oberweser ist wichtig für Hann. Münden und Südniedersachsen. Die neue Untersuchung zur Nutzung des Hafens in Münden und zur Stärkung der Transporte auf der Oberweser bestätigt das enorme Potential für die Weserumschlagstelle. Diese Chance sollten wir nutzen. Dafür setze ich mich ein.

Fritz Güntzler

Der reibungslose Transport von Gütern für uns als Exportland ist eine entscheidende Voraussetzung für unseren wirtschaftlichen Erfolg. Wo immer dies sinnvoll ist, wird die CDU die Verlagerung des Verkehrs auf Schiene und Wasserstraße fördern. Das gilt insbesondere auch bei Umschlaganlagen für den Kombinierten Verkehr.

Gerd Nier (Die Linke): Trotz der Pannen bei der DB – aktuell Mainz – wegen völlig verfehlter Personalpolitik und dem berechtigten Streik der Kollegen beim Wasser- und Schifffahrtsamt für einen längst überfälligen Tarifvertrag plädiere ich nach wie vor für eine deutliche Verlagerung des Güterverkehrs auf Schiene und Wasser. Insofern bin ich auch für die Schiffbarkeit der Oberweser.

Gerd Nier

Meines Erachtens spricht auch vieles dafür, die Oberweser in die Kategorie C aufzunehmen, damit der Bund auch in der Verpflichtung zur Förderung bleibt. In der Gesamtabwägung der Bedeutung und Zukunft der Oberweser sollten neben Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen und der Schaffung bzw. Sicherung von Arbeitsplätzen immer aber auch Umweltaspekte und -anforderungen einfließen (...).

Niels-Arne Münch (Piraten):

Niels-Arne Münch

Als Kandidat der Piratenpartei trete ich für den Erhalt der Oberweser als Wasserstraße für die Güterschifffahrt ein. Sowohl für die Arbeitsplätze der Region als auch für eine ökologisch sinnvolle Verkehrspolitik ist der Erhalt der Wasserstraße für die Güterschifffahrt von großer Bedeutung. Die Binnenschifffahrt ist die generell energiesparsamste Transportmöglichkeit für Güter (...). Speziell für den Landkreis bedeutsam kommt hinzu: Die Herabstufung der Oberweser von der für die Wirtschaft wichtigen „Kategorie C“ zur „sonstigen Bundeswasserstraße“ erfolgte aufgrund nicht eindeutig definierter Kriterien und auf Basis veralteter (...) Zahlen über die Nutzung für Schwertransporte. (...).

Jürgen Trittin (Grüne): Die Weser hat heute eine deutlich wichtigere Bedeutung für den Tourismus als für den Gütertransport. Wir treten grundsätzlich dafür ein, dass mehr Güter auf den Flüssen transportiert werden – auch auf der Oberweser.

Jürgen Trittin

Dazu kann eine Weserumschlagstelle in Hann. Münden wichtig sein. Dies kann aber auch nicht bedeuten, dass wir aus allen Flüssen Kanäle machen. Daher werden intelligente Lösungen benötigt. Statt die Flüsse den Schiffen anzupassen, müssen die Schiffe wieder den Flüssen angepasst werden. Darüber hinaus müssen Schifffahrtswege, die nur ab und zu für Schwertransporte benötigt werden, nicht immer schiffbar sein. Manchmal müssen sich die Transporte nach dem Wasserstand richten. (...)

Thomas Oppermann (SPD): Die Oberweser muss schiffbar bleiben. Wenn der Bund die Weser nicht mehr für den Transport von Gütern vorsieht und nicht mehr entsprechend bewirtschaftet, droht die Vernichtung von Arbeitsplätzen.

Thomas Oppermann

Firmen werden Wirtschaftswege abgeschnitten und der Hochwasserschutz wird gefährdet. Die Binnenschifffahrt ist integraler Bestandteil eines leistungsfähigen Verkehrsnetzes und muss angesichts der Verkehrsprognosen mit drastischer Zunahme der Güterverkehre ausgebaut werden (...). Ramsauers Pläne müssen gestoppt werden, weil sich an der ehemaligen Weser-Umschlagstelle in Hann. Münden gerade eine positive Entwicklung abzeichnet. (...) (tns)

Rubriklistenbild: © Krischmann

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