25 bis 120 Kilometer

Weserbergland-Distanzritt in Dransfeld: Reiter und Kutschfahrer aus Deutschland messen sich in Scheden

Reiter beim Start der Weserbergland Distanz
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Start der Distanz über 66 Kilometer: Auch Organisatorin Anne Wegner (Bildmitte) war dabei.

Bereits im sechsten Jahr in Folge trafen sich am Wochenende (6./7./8.8.2021) Reiterinnen und Reiter aus Deutschland in Scheden, um beim Weserbergland-Distanzritt des Aynur-Arabians-Distanzstalls von Anne Wegner ihre Besten zu ermitteln.

38 Teilnehmer waren gekommen, um an zwei Veranstaltungstagen mit ihren eigenen Pferden Strecken von 25, 40, 60, 66, 83, 101 oder 120 Kilometern zu absolvieren. Es waren deutlich weniger Teilnehmer als im Vorjahr. Dafür könnten zwei parallel in Deutschland stattfindende Distanzritte und die anhaltende Pandemie Gründe sein, so die Veranstalter.

Damit war auch diesmal wieder sowohl für Anfänger, die sich erstmals im Distanzritt ausprobieren wollten, als auch für erfahrene Könner etwas dabei. Vom Aynur-Arabians-Distanzstall aus ging es durch die Feldmark. Je nach Distanz waren dabei bis zu fünf Runden zu absolvieren, wobei die Reiter teilweise mehr als acht Stunden im Sattel saßen.

Auch Kutscher haben mit ihren Pferden am Distanzritt teilgenommen.

„Dass bei solchen Distanzen die Gesundheit und das Wohl der Pferde im Vordergrund steht, versteht sich von selbst“, sagt Anne Wegner. Zwar gelte es wie bei jeder sportlichen Veranstaltung auch beim Distanzritt, die Strecke so schnell wie möglich zurückzulegen. „Dabei muss jeder Teilnehmer aber genau auf sein Pferd achten und darf es nicht überfordern“, so Wegner, die selbst als Distanzreiterin sehr erfolgreich ist und sogar schon Deutsche Meisterin wurde. „Wichtig ist vor allem, dass man gleichmäßig reitet“, sagt sie. Wenn das Pferd gegen Ende des Rittes dann noch einen starken Eindruck mache, könne man dann das Tempo noch etwas erhöhen.

Distanzreiten: Tierärzte kontrollieren Pferde mehrmals am Tag

Dass alle Tiere fit ins Rennen gingen und dieses auch gesund überstanden, dafür sorgten zwei Tierärztinnen mit ihren Kontrollen. Schon vor dem Start wurde der allgemeine Zustand der Pferde überprüft. Auf der Strecke wurde der Puls gemessen und nach jeder Runde folgten ein weiterer Check und eine angemessene Verschnaufpause von 45 Minuten.

Dabei wurde dann die Zeit genommen, die es brauchte, um den Puls des Pferdes von bis zu 220 während der Belastungsphase auf höchstens 64 zu senken. Außerdem wurden der Gang des Tieres, seine Darmgeräusche und die Farbe der Schleimhäute überprüft. „Wir nehmen die Tiere aus dem Rennen, ehe etwas passiert“, sagte Tierärztin Juliett Mallison aus Göttingen, die sich bereits seit 50 Jahren bei Distanzritten um das Wohl der Pferde kümmert. Mit ungefähr zehn Prozent sei die Quote derjenigen Tiere, die vorzeitig disqualifiziert würden, aber „relativ gering“.

Tierärztin Juliett Mallison überprüft während einer Verschnaufpause den Puls eines Pferdes.

„Die Landschaft und die Natur hier mit den blühenden Sonnenblumenfeldern ist großartig und es ist eine tolle und richtig gut organisierte Veranstaltung“, lobte die Bad Hersfelderin Franziska Tahmer, die zum ersten Mal am Weserbergland-Distanzritt teilnahm und mit ihrem Wallach Sheylan gleich die 120-Kilometer-Strecke absolvierte. „Die Resonanz der Teilnehmer war insgesamt wieder großartig“, freute sich Anne Wegner über eine „rundum gelungene“ Veranstaltung – auch wenn es ein paar mehr Starter hätten sein dürfen. Einen Riesendank richtete die Organisatorin an ihr rund 30-köpfiges Helferteam, „ohne das eine solche Veranstaltung gar nicht möglich wäre“. (Per Schröter)

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