Wetter in Südniedersachsen: Goldener Oktober fiel diesmal aus

Zeichen des Herbstes: aufgenommen bei Escherode. Foto:  Krischmann

Altkreis Münden. Nachdem bis Ende September Sommerwetter in unserer Region herrschte, kam mit dem Oktober der Herbst. Der Übergang war dabei so abrupt wie nie, die Durchschnittstemperatur lag im Oktober mit +8,5 Grad Celsius um 9 Grad unter dem diesjährigen Septembermittel und um 1 Grad unter dem Durchschnittswert der vergangenen zehn Jahre. Von einem goldenen Oktober kann man daher in diesem Jahr ganz und gar nicht sprechen

Die ersten Oktobertage waren zwar immer noch recht mild, doch standen sie bereits in deutlichem Kontrast zu den Sommertagen des vorhergehenden Monats. Vom 4. bis 15. gab es dann seit langer Zeit einmal wieder eine Phase mit zu kühler Witterung. In einer östlichen Strömung am Südrand eines sehr stabilen Hochdruckgebietes über Skandinavien wurde feuchte und bodennahe kalte Luft herangeführt.

Kaum Niederschlag

Meist war es stark bewölkt oder trüb, es kam nur zu einzelnen unergiebigen Niederschlägen. Da klare Nächte weitgehend fehlten, kam es nicht zu Nachtfrost. Vom 16. bis 18. konnten sich vorübergehend wärmere Luftmassen durchsetzen, bei heiterem Wetter wurde am 16. fast noch einmal die 20?C-Marke erreicht. Vom 19. bis 25. dominierte dann aber tiefer Luftdruck über Mitteleuropa unser Wetter. Dabei wurde die Luftmasse von Osten her wieder deutlich kühler. Es war nasskalt und unbeständig, die Witterung nahm einen ausgesprochen herbstlichen Charakter an, allerdings blieb es meist windschwach. In den letzten Oktobertagen setze ich das ruhige und wolkenreiche Wetter fort, die Niederschlagstätigkeit hörte aber auf.

Mit insgesamt 53,9 Liter Niederschlag je Quadratmeter wurde der Normalwert erreicht, allerdings schien die Sonne mit nur 59 Stunden 40 Stunden weniger als in einem Durchschnittsmonat, damit hatten Betreiber von Solaranlagen nur wenig Freude. Gleiches gilt für die Windkraft, an nur vier Tagen wurde Windstärke 6 erreicht, meist blieb es außergewöhnlich windschwach. Ursache hierfür war das bereits erwähnte stabile skandinavische Hoch, dies verhinderte das Übergreifen atlantischer Tiefdruckgebiete, die sonst um diese Jahreszeit die ersten Herbststürme bringen.

Erste Fröste

Mit dem November hat nun der Spätherbst begonnen. Das Wetter zeigt bislang deutlich den nahenden Winter, auch in unserer Region gibt es die ersten Nachtfröste.

Eine Milderung wird erst Anfang nächster Woche erwartet. (zkn)

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