Fischwilderei nimmt in der Region zu

Gefangene Hechte: Auch dieser einheimische Fisch wird von Schwarzanglern erbeutet. Archivfoto:  nh

Altkreis Münden. Die Fischwilderei hat landesweit zugenommen, auch im Altkreis Münden. Das sagt Heinz Pyka, Vizepräsident des Landessportfischerverbands Niedersachsen (LSFV), auf Anfrage unserer Zeitung.

„Uns Fischern beschert das eine Menge Arbeit, Ärger und auch finanzielle Probleme.“

Es gebe Fälle, bei denen Täter Hunderte von Forellen aus Teichen geklaut hätten. „Das ist dann schon existenzbedrohend für die, die von ihrer Zucht leben“, beklagt Pyka. Seit ein paar Jahren seien die Wilderer auch an Fließgewässern aktiv. Das beträfe auch Fulda, Werra und Weser. Angeln, Netze, Schnüre und Reusen kämen zum Einsatz. Die Reusen seien teilweise professionell mit Kanninchendraht hergestellt. „Das Problem ist, dass die Schwarz-Angler oft nur nachts und alle paar Tage ihren Fang aus dem Wasser holen, um nicht entdeckt zu werden. Die Fische sterben so qualvolle Tode“, sagt Pyka.

Beliebte Ziele seien Zander und der als Speisefisch gefragte Aal. Aber auch Karpfen würden erbeutet. „Das Problem ist, dass die Täter nur selten bei ihren Angeln und Netzen sind, diese auch gut getarnt haben und damit schwer zu ertappen sind. Sie überlassen ihre Ausrüstung auch mal Kontrolleuren, um einer Anzeige zu entgehen“, sagt der LSFV-Vizepräsident. Er moniert zudem, dass Staatsanwaltschaften Verfahren gegen Fischwilderer zu oft wegen Geringfügigkeit einstellten. „So wird das nie ein Ende nehmen“, meint Heinz Pyka, „und den Tätern fehlt es an Unrechtsbewusstsein.“ Auch gefälschte Fischerprüfungen seien mittlerweile ein Thema.

Aik Boymann, Vorsitzender der Fischfreunde Münden, sagt: „Es gibt einzelne Fälle. Das ist ärgerlich. Aber es ist hier nicht extrem schlimm.“ Das Problem sei, dass viele denken, sie könnten überall einfach so fischen. „Die Konsequenzen werden vielen erst bewusst, wenn sie erwischt werden.“ (flk)

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