Schwarzwild wütet weiter

Wildschweine in Speele: Revierpächter weist Kritik an Jagdverhalten zurück

Warnschild vor Wildschwein in Speele
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Mehrere dieser Warnschilder sind im Staufenberger Ortsteil Speele zu finden. Sie wurden von Anwohnern aufgestellt, um vor Wildschweinen zu warnen.

In Speele spitzt sich Wildschwein-Problem erneut zu. Der Ortsbürgermeister und auch Anwohner äußerten wiederholt Kritik am Vorgehen des zuständigen Jagdpächters. Dieser hat nun auf die Vorwürfe reagiert.

Speele – Aus Sicht der Anwohner des Staufenberger Ortsteils verringert sich in Speele die Zahl der Wildschweine nicht und die Tiere sind immer wieder im Dorf anzutreffen. Den Grund dafür sehen sie in der Bejagung der Tiere. „Eimerweise Mais wird an vielen Stellen verteilt“, sagt Ortsbürgermeister Fred Kaduhr. „Uns wurde gesagt, das sei zum Anlocken der Tiere gedacht, um sie dann schießen zu können“. Kirrung nennt man diesen Vorgang.

Kaduhr erscheinen die Mengen an Futter jedoch zu viel. Deshalb sei es laut Kaduhr auch kein Wunder, dass die Wildschweine sich in Speele pudelwohl fühlen und sich immer weiter vermehren.

Jüngst habe wieder eine Bache im Ort ihre Frischlinge zur Welt gebracht. „Die Anwohner haben Warnschilder aufgestellt.“ Denn eine Bache, die ihre Frischlinge beschützt, ist besonders gefährlich, sagt der Ortsbürgermeister.

Einige Speeler solidarisieren sich untereinander gegen das Wildschwein-Problem. Die Warnschilder die vor dem „aggressiven Muttertier“ warnen, sind ein Beispiel dafür. Außerdem wurden die Beschwerden zusammengetragen und Unterschriften gesammelt.

„Bei einer Autofahrt von Lutterberg nach Speele kann auch ein Laie sofort erkennen, wo das Speeler Jagdrevier beginnt“, heißt es in einem Schreiben. „Aufgebrochene Wiesen, umgedrehte Felder und Feldwege legen davon Zeugnis ab.“

Jagdpächter nennt die Vorwürfe „böswillig“

Auf Anfrage unserer Zeitung äußert sich Jagdpächter Dr. Wilhelm Windeknecht wie folgt zu der Kritik an der Kirrung: „Die Vorwürfe sind freie und böswillige Erfindungen.“ Windeknecht betont, dass er ausschließlich nach den Vorschriften des Jagdrechts gekirrt habe. Und er fügt hinzu: „Rund 30 Wildschweine wurden im vergangenen Jagdjahr auf dem Weg zur Kirrung oder an der Kirrstelle geschossen.“

Auch die Untere Jagdbehörde sieht keine Regelverstöße des Jagdpächters. „Es liegen keine Hinweise auf einen ordnungswidrigen Sachverhalt vor“, lautet die Antwort des Landkreises. So bleibt es zwischen den Speelern und der Unteren Jagdbehörde weiter bei einer Patt-Situation. (William Abu El-Qumssan)

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