Infoveranstaltung zur Versorgung der Samtgemeinde Dransfeld mit Strom

Dransfeld will mit Wind in die Zukunft

Jühnde. Auf reges Interesse stieß eine Informationsveranstaltung in Jühnde, zu der die Samtgemeinde Dransfeld, die Gemeinde Jühnde und das Centrum Neue Energien eingeladen hatten.

Dransfeld hat die komplette Stromversorgung über Windenergie im Blick.

Dabei ging es um die Frage, ob und wie das Ziel zu erreichen ist, die komplette Stromversorgung in der Samtgemeinde aus Windenergie zu bestreiten.

In den vergangenen Monaten hatten sowohl der Samtgemeinderat als auch die Räte der Stadt Dransfeld und der Gemeinden Jühnde und Scheden einen Grundsatzbeschluss zum Bau von Windenergieanlagen auf ihrem Gebiet verabschiedet (wir berichteten). Übereinstimmend hieß es dabei jedoch, dass die Bevölkerung eng in den Entscheidungsprozess eingebunden werden müsse. Mehr als 100 Einwohner waren nun in die Friedrich-Spielmann-Halle gekommen, um sich grundlegend über das Thema zu informieren.

„Der Klimaschutz und die Energieversorgung sind schon heute eine große Herausforderung“, betonte Dransfelds Samtgemeindebürgermeister Thomas Galla. Derzeit würde ein Drittel der in der Samtgemeinde benötigten Energie (Strom und Wärme) aus regenerativen Quellen erzeugt. Die vier existierenden Windenergieanlagen zwischen Dransfeld und Imbsen decken dabei lediglich neun Prozent des Stromverbrauchs.

„Mit Windenergie kann die Stromversorgung am effektivsten ausgebaut werden“, erläuterte Dorren Fragel, Geschäftsführerin der Energieagentur Göttingen. Schon vier bis fünf Anlagen der neuen Generation, die zwar - inklusive Rotorblätter - bis zu 186 Meter hoch sind, dafür aber 6,5 Millionen Kilowattstunden pro Jahr erzeugen, würden ausreichen, um auf 100 Prozent Stromversorgung in der Samtgemeinde zu kommen.

„Beim Thema Windenergie ist es längst keine Frage mehr des Ob, sondern nur noch des Wie“, so Fragel, die für eine Bürgerbeteiligung an möglichen Projekten plädierte. Das habe nämlich zahlreiche Vorteile - von der Selbstbestimmung und der regionalen Wertschöpfung über das Schaffen von mehr Akzeptanz bis zur Renditechance für die Beteiligten.

Nachdem die aus Mitgliedern von Politik und Windenergie-Wirtschaft bestehende Expertenrunde über den Prozess der Flächennutzungsplanänderung (siehe Hintergrund), die Erstellung einer Potenzialstudie sowie den Prozess der Umsetzung von Windenergieplänen berichtet hatte, wurde die Veranstaltung für Fragen aus dem Publikum geöffnet. Dabei wurde deutlich, dass die Windenergie allgemein auf große Akzeptanz stößt. Auch wenn es vereinzelt kritische Nachfragen gab, inwiefern Windstrom überhaupt eine verlässliche Energiequelle sei, zeigte sich doch in der anschließenden Diskussion eine große Mehrheit von der Windkraft überzeugt.

Kritik wurde nur vereinzelt laut; vielmehr drehten sich die Fragen um die Direktvermarktung von Windstrom, um den Mindestabstand verschiedener Windparks untereinander sowie die Auswirkungen der geplanten 380 Kilovolt-Leitung durch die Region auf mögliche Windstandorte. Auch die maximal mögliche Anzahl neuer „Windmühlen“ im Samtgemeindegebiet wurde angesprochen. „Für rund zehn neue Anlagen ist Potenzial vorhanden“, meinte Maike Commichau vom Windparkbetreiber Lenpower aus Hannover.

Von Per Schröter

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