Windkraft in Dransfeld: Die Würfel sind gefallen

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Energie aus der Luft: Der Windpark zwischen Dransfeld und Imbsen könnte nach der Änderung des Flächennutzungsplanes um bis zu drei Windkraftanlagen erweitert werden.

Dransfeld. Lange wurde darüber diskutiert, viel dagegen protestiert. Jetzt ist die Änderung des Flächennutzungsplanes für die Samtgemeinde Dransfeld beschlossene Sache.

Und somit auch und die damit verbundene Ausweisung von Sondergebieten für Windenergienutzung. Nachdem die Mitglieder des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses die Planänderung am Dienstag einstimmig empfahlen, bedarf es nun nur noch der Zustimmung des Samtgemeindeausschusses. Und die gilt als sicher.

Nachdem der Bauausschuss die Angelegenheit vor einigen Wochen noch einmal vertagt hatte, um in mehreren Punkten abschließende Rechtssicherheit zu gewinnen, präsentierte Diplomingenieur Gerd Kruse vom Hamburger Planungsbüro Elbberg den Ausschussmitgliedern und den rund 50 Zuhörern in der Dransfelder Stadthalle die endgültigen Pläne.

Diese sehen vor, den bestehenden Windpark zwischen Dransfeld und Imbsen auf 20,3 Hektar zu vergrößern und bis zu drei Windanlagen (davon eine westlich des Imbser Weges) zu erweitern. Zwischen Jühnde und Bördel wird eine 44 Hektar große Potenzialfläche ausgewiesen, auf der bis zu fünf Anlagen entstehen könnten. Während die Windräder bei Dransfeld eine Höhe von über 200 Metern haben können, ist die Höhe der Anlagen bei Jühnde auf 185 Meter beschränkt. Zuvor angedachte Potenzialflächen bei Varlosen, Scheden und südlich von Jühnde wurden wegen zu geringer Größe aus den Planungen gestrichen.

„Der Rat steht vor der schwierigen Aufgabe, eine Entscheidung treffen zu müssen, damit künftig nicht überall im Samtgemeindegebiet auf potenziell nutzbaren Flächen Windkraftanlagen gebaut werden können“, so Bürgermeister Mathias Eilers. Nachdem man sich jahrelang mit dem Thema beschäftigt hat, habe man sich diese Entscheidung sicher nicht leicht gemacht. „Der jetzige Weg weist nach unserer Auffassung nun die höchste Rechtssicherheit auf“, sagte er.

Und genau diese Unzufriedenheit einiger Betroffener bekamen die Ausschussmitglieder auch am Dienstag wieder zu spüren. Dabei kamen während der Einwohnerfragestunde aber keine Argumente auf den Tisch, die nicht schon während verschiedener Rats- und Ausschusssitzungen, Infoveranstaltungen und Protestaktionen geäußert worden waren. Der Einwand eines Bördelers ließ den einen oder anderen Ratsherren dann aber doch schlucken. Ich bin hierher gezogen, um Ruhe und Frieden zu haben“, sagte er. „Wenn ich aber künftig auf meiner Terrasse sitze, blicke ich direkt auf diese Riesenventilatoren.“ Daher überlege er nun ernsthaft, sein Haus zu verkaufen.

„Leider kann man mit einer Entscheidung, wie der Rat sie zu treffen hat, niemals alle Bürger zufrieden stellen“, sagte Bürgermeister Eilers. Das sei bedauerlich, liege aber in der Natur der Sache.

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