Regionales Raumordnungsprogramm

Windkraft im Landkreis Göttingen: Samtgemeinde und Stadt Dransfeld nehmen Stellung

Der Turm einer Windkraftanlage ragt aus einem Feld bei Jühnde
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Das Thema Windkraft dominiert die Kritik am neuen RROP für den Landkreis Göttingen. Das Bild zeigt ein Windrad im Baustopp bei Jühnde.

Die Samtgemeinde und die Stadt Dransfeld kritisieren die Windkraftpläne des Landkreises Göttingen im aktuell ausliegenden Entwurf des Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP).

In ihren nun von den jeweiligen Räten mehrheitlich verabschiedeten Stellungnahmen nehmen sie auch auf weitere Themen des RROP Bezug, der die Entwicklung des Landkreises für die kommenden zehn Jahre festlegt .

Windkraftanlagen in der Samtgemeinde Dransfeld

Auf dem Gebiet der Samtgemeinde Dransfeld sind fünf Vorrangflächen für Windenergienutzung mit einer Gesamtgröße von 268 Hektar vorgesehen. Die Samtgemeinde und die Stadt sprechen sich dafür aus, dass Thema Windenergie aus dem neuen RROP zu streichen und getrennt und in enger Zusammenarbeit mit den Gemeinden zu behandeln, um die Akzeptanz für Windenergie zu fördern. Da auch das Land Niedersachsen aktuell ein neues Landes Raumordnungsprogramm (LROP) erarbeitet, solle auf dessen Abschluss gewartet werden.

Konkret wird am RROP-Entwurf kritisiert, dass entgegen der vom Landkreis formulierten Ansprüche für die Planung von Windkraftanlagen, die Samtgemeinde mit zu vielen Potenzialflächen „überfrachtet“, der Artenschutz für die Energiegewinnung „aufgeweicht“ und bereits bestehende Pläne nicht weiterverfolgt werden.

Beispielsweise ist die Fläche bei Jühnde, auf der aktuell Baustopp für zwei halbfertige Windräder besteht, nicht mehr in den Landkreisplänen vorhanden. Auf der anderen Straßenseite ist stattdessen eine neue Fläche vorgesehen. Als Grund wird die dort lebende Rotmilanpopulation angeführt. „Der Landkreis steht hier in der Pflicht, den Vertrauensschutz in erteilte Genehmigungen und Investitionen zu erhalten“, schreibt dazu die Samtgemeinde.

Darüber hinaus sprechen sich Samtgemeinde und Stadt dagegen aus, Landschaftsschutzgebiete (LSG), die den Charakter einer Region erhalten sollen, „pauschal“ für die Bebauung von Windkraftanlagen freizugeben. Begrüßt wird die Möglichkeit, Windräder auf vorbelasteten Waldflächen zu bauen, beispielsweise wo aufgrund von Sturm und Trockenheit bereits Freiflächen entstanden sind. Außerdem solle den Gemeinden freigestellt werden, welche Art der Energieerzeugung sie nutzen wollen, um beispielsweise Fotovoltaik- statt Windkraftanlagen bauen zu können.

RROP Landkreis Göttingen: Siedlungs- und Versorgungsstruktur

Für den neuen RROP ist vorgesehen, dass Ortsteile ohne bestimmte Funktionszuweisung (wie das „Grundzentrum“ Dransfeld) bis zum Jahr 2030 um maximal drei Prozent ihrer Bruttobaulandfläche für Wohnen wachsen können. Die Samtgemeinde kritisiert diese drei Prozent als „willkürlich gegriffene Größe“ und fordert die Möglichkeit einer abweichenden Entwicklung, wenn diese nötig sein sollte. Durch diese Einschränkung könne der Landkreis als Wohn- und Arbeitsort an Attraktivität verlieren.

Samtgemeinde und Stadt fordern eine Anhebung der Flächengröße für Einzelhandelsgroßprojekte wie Supermärkte und Ähnliches auf mehr als 1200 Quadratmeter, um den „heutigen Anforderungen“ von Betreibern und Kunden Rechnung zu tragen.

Die vollständigen Stellungnahmen gibt es unter dransfeld.de. Alle Bürger können bis zum 31. Juli Stellung nehmen. Einsicht in den Entwurf gibt es im Kreishaus Göttingen, in den Rathäusern im Altkreis und online unter padlet.com/lkgoettingen/RROP_2020

Der RROP sieht auch eine Fläche für Windenergie bei Hedemünden vor.

Von Kim Henneking

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