Es wird wieder wärmer: Kröten auf Wanderschaft

Hilfreiche Aktion: Naturpark-Geschäftsführerin Sibylle Susat, die Naturpark-Mitarbeiter Gerd Kaufmann und Gerhard Kaminsk sowie Thomas Lütjerodt vom Bundesfreiwilligendienst haben an drei Tagen über 400 Erdkröten zum Laichen gebracht. Nicht auf dem Foto ist Jörn Ludewig, ebenfalls vom Bundesfreiwilligendienst, der mit zum Team gehört. Fotos: Siebert

Bursfelde. Seit einer Woche ist spätabends und nachts auf den Straßen wieder Vorsicht geboten, denn die Krötenwanderungen haben begonnen.

Wenn die Temperaturen nachts zwischen fünf und acht Grad liegen und es regnet, dann machen sich die Amphibien auf den Weg ins Laichgewässer. So auch in Bursfelde, dort sind es ausschließlich Erdkröten (Bufo Bufo), die in den nächsten vier bis sechs Wochen in die Geburtsgewässer zum Laichen zurückkehren. 700 Meter Zaun haben Mitglieder des Naturparks dort befestigt.

In Abständen sind Eimer eingegraben, in die die Erdkröten während ihrer nächtlichen Wanderung fallen. Jeden Morgen werden sie von den Naturparkmitarbeitern registriert und sicher über die Straße zum Klosterteich getragen. Zum einen um die Autofahrer zu schützen, denn wenn die Straße von totgefahrenen Kröten übersät ist, ist das wie eine Rutschbahn, zum anderen, um den Fortbestand der Lurche zu sichern. Jährlich wandern allein in Bursfelde durchschnittlich 3000 Erdkröten, ein Viertel Weibchen, drei Viertel Männchen. „Viele der Männchen sind noch gar nicht geschlechtsreif, sie wissen gar nicht, warum sie Richtung Teich wandern, aber sie folgen den anderen Kröten“, erklärt Gerd Kaufmann, Arbeitsanleiter beim Naturpark Münden. Auffällig sind die Huckepackkröten. Das Männchen, manchmal sind es auch zwei, krallt sich auf einem Weibchen fest und wird dann bis ins Gewässer getragen. „Es kann sogar vorkommen, dass die Weibchen von den Männchen im Wasser so lange untergedrückt werden, dass sie ertrinken“, berichtet Naturpark-Geschäftsführerin Sibylle Susat. Teilweise legen die Amphibien eine Strecke bis zu fünf Kilometer zurück, allerdings in mehreren Etappen, nur nachts. Tagsüber graben sie sich ein, um nicht auszutrocknen, die nächste Nacht geht es weiter. Gerne verharren die in der Erde ausgekühlten Unken gerne auf der Straße, denn der Asphalt wärmt sich auf. Zurück geht’s dann im Sommer, allerdings nicht so geballt wie zur Laichzeit.

Den Bereich Ballertasche bringen Mitglieder des Vereins Libelulla und weitere Ehrenamtliche die Amphibien sicher über die Straße. (zpy)

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