Zahl jugendlicher Flüchtlinge im Landkreis Göttingen steigt an

Landkreis Göttingen. Die Zahl der Jugendlichen, die vor Krieg und Gewalt in ihren Heimatländern nach Deutschland geflüchtet sind, ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen.

Betreuten die Mitarbeiter der Jugendhilfe Süd-Niedersachsen im Jahr 2011 noch neun unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Stadt und Landkreis Göttingen, so waren es Ende vorigen Jahres 82. Zurzeit kümmern sich Christian Stoll von der Jugendhilfe Süd-Niedersachsen (JSN) und seine Kollegen um 100 Jugendliche.

Da die steigende Zahl der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge auch beim Jugendamt wachsende Personalkosten verursacht, die der Landkreis allein tragen muss, hat sich Landrat Bernhard Reuter an die Landesregierung gewandt. In einem Schreiben an Innenminister Boris Pistorius und Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz weist er auf das Problem hin und bittet die Landesregierung zu prüfen, ob das Land bereit ist, Personalkosten zu erstatten.

Nach Auskunft von Jugendhilfe-Mitarbeiter Stoll sind die meisten unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge männlich, zwischen 16 und 18 Jahren alt und flüchteten aus Afghanistan, Syrien, Irak und Eritrea - das sind die Hauptherkunftsländer. Die JSN arbeitet eng mit den Jugendämtern von Stadt und Landkreis Göttingen zusammen.

Wie Detlef Gelbe, Sachgebietsleiter für den Sozialen Dienst beim Jugendamt des Landkreises, erläutert, nehmen seine Kollegen die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge bei deren Ankunft in der Landesaufnahmebehörde in Friedland in ihre Obhut. Mit Hilfe eines Dolmetschers nehmen die Mitarbeiter des Jugendamts Kontakt auf mit den oftmals traumatisierten Jugendlichen und bitten dann die Mitarbeiter der Jugendhilfe Süd-Niedersachsen, sich um einen Wohnplatz und die Betreuung für die Jugendlichen zu kümmern. Das Jugendamt kümmere sich, so Detlef Gelbe, beim Familiengericht auch um Vormundschaften für die jungen Flüchtlinge.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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