Zeitungen austragen:

Ein Job für Frühaufsteher - Unterwegs mit einem HNA-Zusteller

Gut gerüstet: HNA-Zusteller Norbert Bachmann trägt während seinen Touren durch Hann. Münden immer eine Warnweste und Stirnlampe. Foto: Schröder

Hann. Münden. 2 Uhr. Während fast die ganze Stadt schläft, beginnt der Arbeitstag für HNA-Zusteller Norbert Bachmann. Seit 30 Jahren trägt der 52-Jährige unsere Zeitung aus.

Egal bei welchem Wetter. Wir begleiteten den Hann. Mündener auf einer seiner nächtlichen Touren.

„Immer mir nach“, ruft Bachmann. Schnellen Schrittes schreitet er durch die leeren Straßen von Hann. Münden. Er weiß genau, wo er lang muss. Und in welche Briefkästen HNA-Zeitungen gehören.

Den Anfang macht Bachmann in der Kirchstraße, dann geht er die Lange Straße entlang. „Jede Nacht laufe ich die gleiche Tour“, erklärt er. „Die habe ich vorher geplant.“ Das muss sein, sonst braucht man viel länger.

Überhaupt ist Bachmann gut für seine Arbeit gerüstet. Eine Warnweste und eine Stirnlampe sind immer mit dabei. „Viele Straßen sind nicht richtig beleuchtet.“

2.15 Uhr. Es geht weiter. Markt-, Loh- und Speckstraße und Bremer Schlagd. Vor jedem Abschnitt zählt Bachmann die Zeitungen ab, die er für eine Straße braucht, und lässt den Wagen dann an einer Ecke stehen. „Das kann man aber nur unter der Woche machen. Freitagnachts versuchen Betrunkene auch mal, den Wagen zu klauen.“ Oder Zeitungen. Bachmann passt auf die Zeitungen gut auf. Er hat auch immer Plastikbeutel dabei, um sie einzupacken, falls es regnet. „Am besten ist es, wenn die Zeitungen ganz in den Briefkasten passen. Dann passiert auch nichts“, sagt der 52-Jährige.

Gut für die Gesundheit

2.35 Uhr. Kasseler Schlagd und Tanzwerder. Die späte Arbeitszeit macht Bachmann nichts aus. Er schläft vorher ein wenig. Nach Feierabend duscht und frühstückt er und holt Schlaf nach. „Die frische Luft ist außerdem gut für meine Gesundheit.“

Im Jahre 2005 erlitt Bachmann einen Schlaganfall. Er musste für einige Jahre pausieren, um gesund zu werden. Seit 2013 arbeitet er wieder als Zusteller. „Das viele Laufen hält mich fit.“ 3 Uhr. Mühlenstraße und Ziegelstraße. Immer noch schläft die Stadt tief und fest. Bachmann ist bei seiner Tour stets darauf bedacht, Hann. Mündens Einwohner nicht zu wecken. Seinen Wagen zieht er, wenn möglich, nicht über das Straßenpflaster, sondern über die Bürgersteige. „Das klappert sonst so laut und weckt die ganze Nachbarschaft.“

3.15 Uhr. Zurück in der Kirchstraße. Bachmanns Tour durch die Altstadt von Hann. Münden ist geschafft. Nach knapp vier Kilometern, über 5000 Schritten und 75 Minuten.

Noch kein Feierabend

Noch hat er aber keinen Feierabend. Mit dem nächsten Stapel an Zeitungen geht es in Richtung Tillyschanze. Wie in jeder Nacht. Erst danach kann er wie alle anderen ins Bett gehen.

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