Kommentar zur Eigeninitiative: Das große Misstrauen

Wenn Bürgerinitiativen gegründet werden, dann entsteht Misstrauen, das durchaus begründet ist, findet Redakteur Frank Thonicke.

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Wenn Bürgerinitiativen gegründet werden oder Institutionen freiwillig Aufgaben übernehmen, die eigentlich Sache des Staates wären - wie jetzt die jüdische Gemeinde in Kassel - dann kommt darin auch eine gehörige Portion Misstrauen zum Ausdruck. Indirekt wird der Staat mit seinen Behörden kritisiert - man traut ihm aus verschiedenen Gründen nicht zu, für Recht und Ordnung zu sorgen, sich um das Wohl seiner Bürger zu kümmern.

Derlei Misstrauen ist zurzeit weit verbreitet und lässt die Parteien vor dem Ausgang der nächsten Wahlen zittern. Und: Das Misstrauen ist begründet.

Denn spätestens seit dem Skandal am Kölner Hauptbahnhof ist es aktenkundig, dass der Staat seinen Bürgern keinen reinen Wein einschenkt und erst mit der Wahrheit rausrückt, wenn es nichts mehr zu verbergen gibt.

Wer als Politiker glaubt, unangenehme Wahrheiten nicht verbreiten zu müssen, weil sie die Bevölkerung beunruhigen könnten, entmündigt die Bürger. Das Eigentor könnte nicht klassischer sein.

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