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Fliegerbombe in Kasseler Karlsaue gefunden: Um 21.56 Uhr kam die Entwarnung

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Von: Sebastian Lammel, Bastian Ludwig

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Hielt Einsatzkräfte und Anwohner in Atem: Die 250 Kilogramm schwere Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg. © Feuerwehr Kassel

In der Kasseler Karlsaue ist am Montag eine Weltkriegsbombe gefunden worden. Um sie entschärfen zu können, mussten 4000 Anwohner evakuiert werden. Kurz vor 22 Uhr wurde die Entschärfung erfolgreich abgeschlossen.

Aktualisiert am 7. Mai um 7.10 Uhr: Es handelt sich um eine 250 Kilo schwere Bombe, die am Rande des Aueteichs (Großer Bassin) lag. Für die Entschärfung hatte das Regierungspräsidium einen Radius von 700 Metern um den Fundort festgelegt, der komplett geräumt werden musste.

Kurz vor 22 Uhr kam die von den evakuierten Anwohnern lange ersehnte Nachricht: Die Bombe ist entschärft worden, die Rückführung der Anwohner in ihre Häuser hat begonnen. 

280 Einsatzkräfte waren an dem Einsatz beteiligt. Teams von Feuerwehr, Polizei und Ordnungsamt sowie Lautsprecherfahrzeuge haben die Anwohner über die Räumung informiert. Außerdem wurde die Räumung durch einen Polizeihubschrauber und eine Drohne mit Wärmebildkamera überwacht.  

Von der Räumung betroffen waren zwei Kindertageseinrichtungen, das Auebad sowie die Kunsthochschule der Universität. Folgende Straßen wurden geräumt: Haydnstraße/Frankfurter Straße, Auedamm/Gärtnerplatzbrücke, Auedamm/Schwimmbadbrücke, Auedamm/Zufahrt Orangerie, Auedamm/Du-Ry-Straße, Frankfurter Straße/An der Karlsaue, Frankfurter Straße/Heckerstraße, Frankfurter Straße/Landaustraße, Frankfurter Straße/Akademiestraße, Frankfurter Straße/Heinrich-Heine-Straße, Frankfurter Straße/Mozartstraße, Frankfurter Straße/Beethovenstraße.

Die Feuerwehr hatte erklärt, dass es sich bei der Entschärfung der Fliegerbombe nicht um eine Sprengung handelt. Vorgesehen war, dass durch die Fachleute des Kampfmittelräumdienstes der Zünder aus dem Kampfmittel entnommen wird. Dieser wird üblicherweise nach der erfolgten Entschärfung zerstört. Hierbei kann in der näheren Umgebung ein Knallgeräusch zu hören sein.

Bombe bringt Paar um  Urlaub

So haben sich Joachim (83) und Gisela Westermann (88) ihren Urlaub nicht vorgestellt. Das Ehepaar aus Salzgitter kommt seit 20 Jahren zum Paddeln mit ihrem Kanu nach Kassel. Auch dieses Jahr nahmen sie wieder am Oldtimer-Wohnwagentreff des Polizeisportvereins Grün-Weiß am Auedamm teil. Schon im letzten Jahr mussten sie den Campingplatz verlassen, weil eine Fliegerbombe gefunden wurde. 

jed123 Joachim und Gisele Westermann zum zweiten mal evakuiert
Joachim und Gisele Westermann in der Notunterkunft für die Evakuierten.

Dieses Jahr das gleiche Spiel. Das Rentnerpaar nimmt es mit Humor. „Solange man uns Bescheid sagt, wenn wir wieder zurückkönnen, ist alles gut“, sagt Joachim Westermann. Dies sei letztes Jahr nämlich vergessen worden.

Bomben: Mehrere Funde im vorigen Jahr

Die Museumslandschaft Hessen-Kassel lässt bereits seit einigen Jahren ihre Parkanlagen auf Blindgänger systematisch untersuchen. Im vergangenen Jahr wurde man gleich mehrfach fündig - unter anderem ebenfalls am Aueteich sowie an der Hessenkampfbahn. Damals mussten sogar Häuser in der Menzelstraße geräumt werden. Seit Jahresanfang hat der Kampfmittelräumdienst rund um den Aueteich zudem mehrere kleine Stabbrandbomben entdeckt und unschädlich gemacht.

Etwa hier wurde die Bombe gefunden:

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