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Dauerregen füllt die Fulda und sättigt die Böden

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Von: Axel Schwarz

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Viel Wasser in Kassels Fluss: Die Pegelstände der Fulda sollen in den nächsten Tagen weiter steigen. Unser Bild entstand bei den Ausflugsschiffen an der Schlagd.
Viel Wasser in Kassels Fluss: Die Pegelstände der Fulda sollen in den nächsten Tagen weiter steigen. Unser Bild entstand bei den Ausflugsschiffen an der Schlagd. © Andreas Fischer

Bis weit in die nächste Woche sind weitere Niederschläge angesagt – Was Gärtner freut, belastet Bauarbeiter

Kassel – Regenfälle sind in diesen Tagen zum Dauerzustand geworden: An der Fulda kann man beobachten, dass das Flussbett stark angeschwollen ist und das Wasser an manchen Stellen bereits an der Uferkante züngelt. Bis weit in die kommende Woche hinein kündigt die Wettervorhersage weitere Regentage an – mit Hochwasser muss also gerechnet werden.

Für heute rechnet das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) mit Überschreitungen der Meldestufen weiter südlich im Land für die Fulda und ihre Nebenflüsse. In den folgenden Tagen würden sich die Hochwasserscheitel zunehmend in unsere Region verlagern, teilt die Behörde in einer Hochwasservorwarnung vom Donnerstag mit.

In der Meldung heißt es weiter, dass durch die reichlichen Niederschläge die Böden gesättigt seien. So etwas hatte den ganzen vergangenen Sommer über komplett gefehlt, ausgedörrte Böden, Gehölze und Rasenflächen waren die Folge. Auch mit Blick auf die Trinkwasserversorgung waren Sorgen aufgekommen, ohne dass es allerdings zu Engpässen kam.

Bei Kasselwasser betrachtet man das anhaltende Regenwetter daher nicht als Stimmungsdämpfer – weil es laut Betriebsleiter Uwe Neuschäfer „nachhaltig zur Neubildung unseres Grundwassers im Kasseler Einzugsgebiet“ beitrage. „Nach den vergangenen sehr trockenen Sommern hilft uns das natürlich sehr“, sagt der Kasselwasser-Chef. Inwieweit die Grundwasserpegel im Trinkwasserversorgungsgebiet Kassel und Vellmar von der Regenphase profitieren, werde man aber erst bei Kontrollen in den nächsten Monaten feststellen.

Bei der Museumslandschaft Hessen Kassel geht man laut Sprecherin Lena Pralle nicht davon aus, dass die aktuellen Niederschläge ausreichen, um den Grundwasserpegel „wieder auf ein normales Niveau zu bringen“. Gleichwohl: „Der Regen kommt uns sehr gelegen, das tut unseren Parks auf jeden Fall gut.“ Der Boden im Bergpark und in der Karlsaue könne die beständige leichte Feuchtigkeit von oben sehr gut aufnehmen, so die MHK-Sprecherin.

Das hat aber auch eine Kehrseite, wie Anja Starick, Leiterin des städtischen Umwelt- und Gartenamts, erläutert: „Der Oberboden ist inzwischen so feucht, dass es teilweise schwierig wird, mit Arbeitsgeräten unbefestigte Flächen zu befahren.“ Das sei etwa auf Spielplätzen der Fall oder wenn Hubsteiger für Arbeiten an Bäumen platziert werden müssen. Diese Verdichtung bekomme dem nassen Boden nicht gut.

Andererseits, so Starick, sei das Nass in tieferen Bodenschichten – dort, wo es Baumwurzeln nützt – immer noch nicht ausreichend angekommen. „Es ist immer noch nicht genug“, sagt auch Michelle Sundermann, Sprecherin von Hessenforst.

Im Baugewerbe freut man sich nicht so sehr über den Dauerregen. „So richtig produktiv ist das Arbeiten bei diesem Wetter nicht“, sagt Thilko Gerke, Obermeister der Bau-Innung Kassel. Auf vielen Baustellen werde nach der Feiertagspause bereits wieder gearbeitet – da sei der milde Winter eigentlich von Vorteil, so der Chef der Baufirma Rennert.

„Aber wenn es den ganzen Tag regnet, dann sind unsere Leute spätestens mittags verschwunden, weil ihnen das Wasser überall reingelaufen ist“. Da sei das Risiko höher, dass Beschäftigte krankheitsbedingt ausfallen. Und den durchfeuchteten Boden von Baufeldern etwa bekomme man bei diesem Wetter auch nicht glatt abgezogen. Dann mache die Freiluft-Arbeit am Bau „irgendwann keinen Sinn mehr“, sagt Gerke.

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