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Ehefrau mit 30 Stichen getötet: Ehemann muss in Haft

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Bei einem Prozess vor dem Landgericht in Kassel wurde ein Mann aus Waldeck-Frankenberg zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten auf Bewährung verurteilt.
Der Angeklagte wurde wegen Totschlags zu 13 Jahren Haft verurteilt. © Schuldt, Matthias

In Kassel ist der Prozess gegen einen 49-Jährigen zu Ende gegangen, der seine Frau vor den Augen der Kinder getötet haben soll.

Kassel/Bad Arolsen - Mit 30 Messerstichen hat ein Mann seine Ehefrau in Bad Arolsen (Landkreis Waldeck-Frankenberg) getötet. Ihre fünf Kinder sahen bei der Tat zu. Am Mittwoch fiel vor dem Landgericht Kassel das Urteil gegen den 49-Jährigen. Der Angeklagte wurde wegen Totschlags zu 13 Jahren Haft verurteilt.

Richter Geisler sprach von einer problembeladenen Ehe zwischen dem aus dem Irak stammenden Paar. Das habe sich bereits kurz nach ihrem Kennenlernen gezeigt. Die Familie des 32-jährigen Opfers stand der Verbindung immer ablehnend gegenüber, wie die Schwester als Zeugin ausgesagt habe.

Kassel/Bad Arolsen: Angeklagter soll Ehefrau schon 2009 bedroht haben

Dennoch sei es zur Heirat gekommen. Deutlich machte das Gericht im weiteren Verlauf, dass die Beziehung über die Jahre nicht so negativ verlief, wie sie von der Familie der getöteten Ehefrau dargestellt worden war. Es habe gemeinsame Fahrten und Ausflüge gegeben, Kindergeburtstage seien gefeiert worden, und wenn der Angeklagte auch eine moslemisch ausgerichtete religiöse Einstellung habe, sei diese nicht überzogen gewesen. Dennoch kam es immer wieder zu Streit, wie auch ein Freund des Angeklagten vor Gericht aussagte. Eine Trennung sei für das Opfer wegen der fünf gemeinsamen Kinder offenbar nicht infrage gekommen, sagte Richter Geisler.

Gutachter und Zeugen hatten den Angeklagten im Verlauf der Verhandlungen vom Charakter her als krankhaft impulsiv beschrieben. So soll er seine Ehefrau bereits im Jahr 2009 mit einem Messer bedroht haben und einem früheren Vermieter gleichfalls mit dem Tod gedroht haben. Nicht gelungen sei ihm, sich in den vergangenen Jahren in Deutschland zu integrieren, so das Gericht. Noch immer könne er sich nicht deutsch verständigen.

Kassel/Bad Arolsen: „Eure Mutter ist in der Hölle“

Am Tattagim Juli 2021, so blickte Richter Geisler zurück, fuhr das Ehepaar Möbel einkaufen, um die neu bezogene Wohnung in Bad Arolsen einzurichten. Schon da gerieten sie in Streit, der sich bis zum Abend hinzog. Was schließlich der Anlass für die Tat war, mochte auch das Gericht nicht endgültig beurteilen. Die Kinder hatten bei ihrer Vernehmung ausgesagt, dass es gegenseitige Beleidigungen gab, der Vater die Mutter schlug und an den Haaren in die Küche zog.

Als er dort auf sie einstach, soll der Satz gefallen sein: „Das hast du davon“. Den Kindern, die die Tat mitansahen, sagte er später: „Eure Mutter ist in der Hölle“.

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