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Gegen die A44 bei Kaufungen: Für die Verkehrswende in die Pedale treten

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Starteten am Kasseler Hauptbahnhof zur Fahrraddemo: Daniel Döbel (von links), Marc Brantner, Renate Hellmold, Jürgen Stephan, Anja Voß und Ute Döbel.
Starteten am Kasseler Hauptbahnhof zur Fahrraddemo: Daniel Döbel (von links), Marc Brantner, Renate Hellmold, Jürgen Stephan, Anja Voß und Ute Döbel. © Peter Dilling

Tropische Temperaturen am Sonntagmittag schreckten die Demonstranten des Aktionsbündnisses gegen den Bau der A 44 nicht ab.

Kassel/Kaufungen – Mehr als 40 Aktivisten starteten vor dem Kasseler Hauptbahnhof mit dem Rad, um laut Jona Königes vom Aktionsbündnis durch Bettenhausen und über die B 7 nach Kaufungen zu fahren. Königes zufolge endete die zehnte Demo gegen die A 44 mit gut 70 Teilnehmern mit einer Kundgebung im Ruheforst des Kaufunger Stiftswalds. Dort soll der Autobahn Wald zum Opfer fallen. Die Demo hatte Fridays for Future angemeldet.

Der letzte Abschnitt der A 44 zwischen Helsa-Ost und Kassel-Ost ist seit einem Jahr im Planfeststellungsverfahren. Die Gemeinde Kaufungen und viele Kaufunger Bürger wollen die geplante Trassenführung verhindern. Moniert wird unter anderem, dass Lärmschutz nicht gewährleistet sei und die Trinkwasserreservoire gefährdet würden. Aber lässt sich die Autobahn noch verhindern?

Einige befragte Kaufunger, die zur Demo gekommen sind, um dann im Korso zum Stiftswald zu radeln, hielten sich mit Optimismus zurück. Der Tenor lautete eher: Aufgeben gilt nicht. „Die A 44 brauchen wir nicht“, sagte Marc Brantner. Das Geld hätte man besser in marode Autobahnbrücken und das in weiten Teilen sanierungsbedürftige Fernstraßennetz stecken sollen, statt in die A44, die zwischen Eisenach und Kassel-Ost auf einigen Teilstrecken im Bau oder fertig ist,. Außerdem würden der Autobahnbau und dessen Folgekosten wegen der Inflation und Energiekostenexplosion viel teurer. Renate Hellmold hofft, dass sich durch die im Bund mitregierenden Grünen etwas in Sachen Verkehrswende tut.

Die A 44, ob sie fertiggebaut werde oder nicht, sei eines vieler Projekte, die für eine verfehlte Verkehrspolitik stehen. Diese Ansicht hörte man häufig. Man müsse deshalb „den Finger in die Wunde legen“, sagte Jürgen Stephan aus Kaufungen. Die Raddemonstranten trommelten im Rahmen bundesweiter Aktionstage für eine soziale und klimagerechte Mobilitätswende. Die regionale Infrastruktur von Bus und Bahn müsse ausgebaut werden. Fahrten über das Kassel-Plus-Gebiet hinaus, müssten deutlich günstiger werden.

Hilft das 9-Euro-Ticket bei der Verkehrswende? Er kenne niemanden, der deswegen weniger Auto fahre, sagte der Kaufunger Daniel Döbel. Die Linken-Politikerin und Gewerkschafterin Sabine Leidig forderte einen kostenlosen öffentlichen Nahverkehr für alle und ein Umschreiben des Verkehrswegeplans. Die Bürger seien bereit für die Verkehrswende, meinte Königes. Leider gerieten dieses Thema und die Klimawende wegen des Ukrainekriegs bei der Politik ins Hintertreffen.  

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