Halbe Million Euro

Schwerer Betrug: Ex-Sparkassen-Mitarbeiter aus Nordhessen muss in Haft

Knapp drei Jahre Haft bekommt der Ex-Sparkassen-Berater im Werra-Meißner-Kreis (Symbolbild).
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Knapp drei Jahre Haft bekommt der Ex-Sparkassen-Berater im Werra-Meißner-Kreis (Symbolbild).

Ein Ex-Berater der Sparkasse Werra-Meißner bekommt fast drei Jahre Haft wegen des Betruges an seinen wohlhabenden Kunden. Er hat seine Kunden um fast eine halbe Million Euro betrogen.

Kassel/Eschwege – Ein ehemaliger Privatkunden-Berater der Sparkasse Werra-Meißner in Eschwege ist wegen Betruges, Unterschlagung, Urkundenfälschung und weiterer Straftaten zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und acht Monaten verurteilt worden.

Die Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts in Kassel befand den 44-Jährigen für schuldig, Vermögenswerte seiner durchweg sehr wohlhabenden Kunden von insgesamt 437.000 Euro beiseite geschafft zu haben. Mit dem Geld, so Richterin Dölle in ihrer Urteilsbegründung, habe er seine immer stärker werdende Spielsucht befriedigen wollen.

Schwerer Betrug bei Sparkasse Werra-Meißner: Mann leide unter Persönlichkeitsstörung

Außerdem leide der Mann unter einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung. Als Vorsitzender eines Sportvereins im Werra-Meißner-Kreis habe er große Summen in die Vereinsarbeit und aufwendige Sportreisen gesteckt, um sich so die Achtung und Anerkennung der Vereinsmitglieder zu sichern.

Staatsanwalt Dr. Stephan Schwirzer hatte in seinem Plädoyer eine deutlich höhere Freiheitsstrafe von vier Jahren gefordert. Verteidiger Ullrich Goetjes (Spangenberg) hatte sich für eine Strafe im bewährungsfähigen Rahmen von maximal zwei Jahren ausgesprochen und darauf verwiesen, dass sein voll geständiger Mandant wegen der starken Spielsucht in seiner Steuerungsfähigkeit eingeschränkt gewesen sei.

Dem folgte das Gericht aber nur zum Teil. Eine verminderte Steuerungsfähigkeit sah Richterin Dölle erst ab August 2018 gegeben. Ab diesem Zeitpunkt habe er Goldbarren und Krüger-Rand-Münzen aber auch Bargeld in Höhe von 70.000 Euro einzig unter betrügerischer Absicht an sich gebracht, um seinen immer größeren Geldbedarf zu decken.

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Schwerer Betrug: Ex-Sparkassen-Mitarbeiter soll 437.000 Euro seiner Kunden für sich verwendet haben

Dabei habe er, so die Richterin, eine „erhebliche kriminelle Energie“ gezeigt, aber auch umsichtiges und zielgesteuertes Handeln, mit dem er sowohl seine Kunden aber auch seine Kollegen in der Bank täuschen konnte.

Zwischen 2013 und 2019 hatte der 44-Jährige insgesamt 437.000 Euro seiner Kunden für sich verwendet. Dies war möglich, weil seine durchweg hochbetagten Kunden ihm seit vielen Jahren nahezu blind vertrauten.

Die Kunden haben nach einer Mitteilung der Sparkasse keinen finanziellen Schaden erlitten. Das veruntreute Geld sei erstattet worden. Mitarbeiter der Sparkasse, die dem gestrigen Prozess als Zuschauer folgten, wollten gegenüber unserer Zeitung keine Stellungnahme zum Urteil abgeben. (Thomas Stier)

Weil er sich im Internet als privater Kreditvermittler ausgegeben haben soll, stand auch ein Unternehmensberater aus Korbach vor Gericht.

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