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Schüsse auf die Stadtkirche: Fenster wurden beschädigt

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Von: Maja Yüce

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Sie prägt die Homberger Altstadt: die Reformationskirche im Herzen der Stadt.
Sie prägt die Homberger Altstadt: die Reformationskirche im Herzen der Stadt. Auf Fenster der Kirche wurde nun von außen geschossen. © Peter Zerhau

Es sind kleine Löcher und feine Risse im Glas der Seitenfenster der Homberger Stadtkirche, die Pfarrer Friedrich Heidelbach jetzt aufgefallen sind.

Homberg – Beim genauen Blick auf die Scheiben wurde Pfarrer Friedrich Heidelbach schnell klar: „Auf die Kirchenfenster wurde geschossen.“ Und das nicht nur einmal. Insgesamt zählt er zwölf Einschusslöcher – auf drei der großen Fenster.

Es sind kleine Löcher und feine Risse im Glas der Seitenfenster der Homberger Stadtkirche, die Pfarrer Friedrich Heidelbach jetzt aufgefallen sind. Beim genauen Blick auf die Scheiben wurde ihm schnell klar: „Auf die Kirchenfenster wurde geschossen“, sagt Heidelbach. Und das nicht nur einmal. Insgesamt zählt er zwölf Einschusslöcher – auf drei der großen Fenster.

Stadtkirche in Homberg wurde mit einem Luftgewehr beschossen

Vermutlich wurden die Schüsse in der vergangenen Woche aus einem Luftgewehr abgefeuert, sagt Heidelbach. Die Polizei, die den Schaden bereits aufgenommen habe, habe diese Vermutung bestätigt, so die Pfarrer. Den Sachschaden schätzt Heidelbach auf rund 3000 Euro. Allerdings sei auch ein ideeller Schaden entstanden, fügt er an.

Schließlich hätten gerade auch die Fenster in der Kirche St. Marien eine besondere Bedeutung für viele Menschen. Die Bleiglasfenster sind in H-förmige Bleiruten eingefasst und entlang der Kanten miteinander verlötet – deshalb müsse wahrscheinlich nicht die ganze Fensterfront ausgetauscht werden. „Man kann die beschädigten Fensterelemente einzeln austauschen“, so Heidelbach. Damit müsse man aber eine Spezialfirma beauftragen.

Der Schaden: 12 Einschusslöcher gibt es insgesamt.
Der Schaden: 12 Einschusslöcher gibt es insgesamt. © Maja Yüce

Trotz des Schadens ist er erleichtert: „Zum Glück wurde das Reformationsfenster verschont“, sagt Heidelbach. Die bunten, großen Fenster im Chorraum sind ein Schmuckstück des Gotteshauses. Sie erzählen die Geschichte der Homberger Synode von 1526.

Schüsse auf Stadtkirche in Homberg: Fenster beschädigt

Heidelbach ist es wichtig, dass die Öffentlichkeit von den Schüssen auf die Kirchenfenster erfährt. „Es ist ja nicht nur meine Kirche oder nur die Kirche der evangelischen Menschen“, sagt er. Die Stadtkirche sei die aller Menschen in der Region – „ganz gleich ob evangelisch, katholisch oder ausgetreten“ – und sie präge eben auch das Homberger Stadtbild stark.

Von einem Angriff oder gar Anschlag auf die Kirche will der Pfarrer aber nicht sprechen. Auch wenn es ganz sicher kein Kinderquatsch sei, wenn geschossen werde. „Aber die Bezeichnung als Angriff würde die Situation dramatisieren“, sagt er. „Es wurde nichts hinterlassen, keine Zettel oder andere Botschaften“, erklärt er. Aber es sei „sehr bedauerlich, dass da offenbar jemand keinen Respekt vor dem Gebäude habe“.

Stadtkirche in Homberg: In der Vergangenheit wurde im Gotteshaus randaliert

Seit 16 Jahren ist Heidelbach Pfarrer in Homberg. Beschädigungen im Kirchenraum habe es in dieser Zeit schon mal gegeben. Er erinnert sich dabei unter anderem an das Jahr 2014, als in dem Gotteshaus immer wieder randaliert wurde. „Wachs von den Gebetskerzen wurde an den Wänden verschmiert, Teelichter umgekippt und durch den Raum geworfen. Es wurde in der Kirche geraucht und die Zigarettenreste liegen gelassen. Es wurde ein Stuhl durch die Kirche geworfen und zerstört, und auch der Feuerlöscher flog durch den Raum.“

Die Aufzählung von Pfarrerin Anke Zimmermann ging damals noch weiter. Eine Folge: Die Stadtkirche wurde damals erst mal geschlossen. Längst ist sie wieder geöffnet, es gab aber kürzere und bewachte Öffnungszeiten. Die Stadtkirche sollte so den Menschen für Gebete oder zur Besichtigung zur Verfügung stehen.

Schließen wolle man das Gotteshaus nun aber nicht, sagt Heidelbach. Es sei eine Beschädigung von außen, die man durch verschlossene Kirchentüren nicht hätte verhindern können, erklärt er. Und: Die Kirche sei eben für ganz viele Menschen ein wichtiger Ort. Ein Raum mit einer besonderen Kraft – aber offensichtlich nicht für alle Menschen.

Denn auch, wenn es in den vergangenen Jahren schon mal Vandalismus in dem Gotteshaus gab, an eine solche Beschädigung wie jetzt kann sich Heidelbach nicht erinnern. „Es wurde noch nie auf die Kirche geschossen“, sagt Heidelbach. Er betont: „Es ist doch wichtig, dass wir das Miteinander leben.“ Umso schwerer sei es, zu verstehen, dass auf die Kirche geschossen wurde – und das gleich 12 Mal. (Maja Yüce)

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