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Kasseler Modestar (34) stirbt in Armen seiner Frau - So reagieren Promis auf seinen Krebstod

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Von: Matthias Lohr

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Blogger, Party-Veranstalter, Popstar und Künstler: Der aus Kassel stammende Carl Jakob Haupt war ein Mann mit vielen Gesichtern.
Blogger, Party-Veranstalter, Popstar und Künstler: Der aus Kassel stammende Carl Jakob Haupt war ein Mann mit vielen Gesichtern. © Iga Drobisz/nh

Der Nordhesse Carl Jakob Haupt galt als Stilikone und Party-König von Berlin. Nun ist er mit nur 34 Jahren in den Armen seiner Frau an Krebs gestorben. Wer war dieser Mann?

Aktualisiert am 25. April um 7.30 Uhr: Eine Party, hat Carl Jakob Haupt einmal gesagt, "braucht keinen König". Und dennoch heißt es in den Nachrufen auf den aus Kassel stammenden Mode-Blogger nun, der Party-König sei tot. Mit seinem ebenfalls in Nordhessen aufgewachsenen Kumpel David Roth hat Haupt in den vergangenen Jahren die schillerndsten Partys in Berlin organisiert. Den Modeblog "Dandy Diary", den die beiden gemeinsam betrieben, machten sie zur virtuellen Stilikone. An Karfreitag ist Haupt mit nur 34 Jahren an Krebs gestorben.

Sein Frau, das Model Giannina Haupt, postete die Nachricht am Mittwochnachmittag bei Instagram mit bewegenden Worten. Er sei in ihren Armen eingeschlafen, angeblich in einem buddhistischen Sterbehospiz im brandenburgischen Bad Saarow. Dazu drei Fotos, die das Paar beim Küssen und in inniger Umarmung zeigen, als seien die beiden John Lennon und Yoko Ono.

Carl Jakob Haupt sah aus wie George Michael

Auch die ersten Reaktionen auf den Tod schreckten nicht vor großen Vergleichen zurück. Moritz von Uslar schrieb auf Zeit.de, dass Haupt "über neue Jeans und Konsum so versiert schreiben konnte wie über ein Kunstwerk". Ausgesehen habe er wahlweise wie der Punk Sid Vicious von den Sex Pistols, "der sehr junge George Michael oder wie ein norditalienischer Landadliger".

Dabei stammte Haupt aus einem nordhessischen Pfarrhaus. Er wuchs in Schöneberg bei Hofgeismar und in Kassel auf und studierte Politikwissenschaften, ehe er nach Hamburg zog und später nach Berlin. Zwischenzeitlich war er mit der Influencerin Bonnie Strange verheiratet.  

Den anderen "Dandy Diary", den Grebensteiner David Roth, kannte er aus der Schule. In ihrem Männermode-Blog schrieben sie nicht nur einfach über Klamotten, sondern auch immer über das große Ganze - ob Party oder Politik. Sie drehten Fashion-Pornos, legten sich mit der Modekette H&M an, indem sie deren Produktionsverhältnisse in Indien anprangerten. Einmal ließen sie einen nackten Flitzer über den Laufsteg bei Dolce & Gabbana in Mailand laufen. Und sie feierten wilde Partys mit Prominenten - nicht nur jedes Jahr während der Fashion Week.

Haupt ernährte sich vegan aus Angst vor Krebs

Als sie vor drei Jahren auch noch einen veganen Imbiss in Neukölln eröffneten, schrieb selbst die "Washington Post" über den "veganen Wahnsinn", mit dem die beiden Nordhessen in der Hauptstadt erfolgreich waren. Vegan lebte Haupt auch deshalb, weil er "keinen Krebs bekommen will", wie er einmal sagte. Auch ihr Touristen-Stadtplan, auf dem die Treffpunkte arabischer Gangster verzeichnet waren, machte Schlagzeilen ("Clan Map for Sightseeing").

Vielleicht gibt es irgendwann einmal einen Stadtplan, in dem all das vielfältige Treiben von Haupt verzeichnet sein wird. Seine Frau, die er 2018 auf Sizilien geheiratet hatte, als er bereits schwerkrank war, kündigte erst einmal an: "Er war und ist unser Häuptling. Er hat so viel Unterstützung in einer schwierigen Zeit gefunden, dass er anderen Menschen helfen will. Dafür werde ich in naher Zukunft eine Organisation gründen, um jungen Paaren, die in der Situation wie wir es waren, zu helfen."

Auch Wilson Gonzales Ochsenknecht trauert

Zahlreiche Prominente trauern um Haupt. Der Komiker und Autor Micky Beisenherz nannte ihn auf Twitter "einen Mann, der aus der Distanz spannend und aus der Nähe offenbar großartig war". Und der Schauspieler Wilson Gonzales Ochsenknecht beschrieb auf Instagram, wie er Haupt vor elf Jahren in Berlin kennenlernte, wie sie gemeinsam Musik machten und Zeit miteinander verbrachten. Es liest sich, als sei dies die beste Zeit seines Lebens gewesen. Am Ende des Posts heißt es: "Es hat mich sehr gefreut dich kennen zu dürfen. Dein Lächeln werde ich vermissen. Hau rein, mein Lieber. #krebsisteinhurensohn."

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