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Ziele der Bundesnetzagentur verfehlt: Kasseler sparen noch zu wenig Gas

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Von: Bastian Ludwig

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Die Gas-Einsparziele der Bundesregierung und der Bundesnetzagentur werden auch in Kassel verfehlt. So viel Gas haben die Kasseler bislang in diesem Jahr gespart.

Kassel – Um in den Wintermonaten einen Gasmangel infolge der Energiekrise zu vermeiden, sollten Haushalte und Firmen dauerhaft mindestens 20 Prozent weniger Gas verbrauchen als im Mittel der vier Vorjahre. Diese Zielvorgabe hatten Bundesregierung und Bundesnetzagentur eindringlich formuliert. Doch nicht nur bundesweit, sondern auch in der Stadt Kassel wird zu viel Gas verbraucht, wie aktuelle Zahlen der Städtischen Werke belegen.

Im milden Herbst wurden die Einsparziele in Kassel teilweise noch deutlich übertroffen. Im September etwa wurde in Kasseler Haushalten und Firmen 30 Prozent weniger Gas verbraucht als im Vorjahresmonat. Dies änderte sich im Oktober aber schlagartig. Im Betrachtungszeitraum Januar bis Ende Oktober lag die Einsparung nur noch bei 16,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, so ein Sprecher der Städtischen Werke. Für November lägen noch keine validen Daten vor. Zwei Prozentpunkte des eingesparten Gases seien auf die durchschnittlich höheren Temperaturen zurückzuführen.

Aufgrund der zuletzt stark gesunkenen Temperaturen rechnen die Städtischen Werke mit einem deutlichen Mehrverbrauch in den vergangenen Tagen. Damit dürfte der Anteil des eingesparten Gases inzwischen unter den 16,6 Prozent liegen, die bis Ende Oktober in Kassel erreicht wurden.

Ein Heizungsgriff
Noch wird auch in Kassel zu viel Gas verbraucht: Einsparziele werden derzeit verfehlt. © Michael Gstettenbauer/Imago

Kassel spart zu wenig Gas: Stromverbrauch vier Prozent niedriger als im Vorjahr

Auch beim Strom haben die Kasseler im Vergleich zum Vorjahr gespart. Allerdings war der Verbrauch zuletzt nur um vier Prozent niedriger. Bei der Fernwärme waren es fünf Prozent weniger. Bei diesem Wert wurde der Einfluss des Wetters aber bereits herausgerechnet. Bei der EAM, dem Netzbetreiber im Kreis Kassel, sieht man ebenfalls einen sinkenden Gasverbrauch. Es lägen aber keine aussagekräftigen Daten vor.

„Wir können keine Aussagen darüber treffen, ob der sinkende Verbrauch auf die milde Witterung bis in den November hinein oder auf ein verändertes Verbrauchsverhalten zurückzuführen ist“, so eine EAM-Sprecherin. Auch die Eon, die als Grundversorger die meisten Haushalte im Kreis Kassel mit Energie beliefert, hat noch keine Daten zum Verbrauchsverhalten. Diese lägen erst nach Abschluss der Jahresablesungen vor.

Bundesweit lag der Gasverbrauch nach jüngsten Daten der Bundesnetzagentur in der vorletzten Woche 13 Prozent unter dem durchschnittlichen Verbrauch der letzten vier Jahre. (Bastian Ludwig)

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