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300 Menschen aus Kassel demonstrierten in Lützerath gegen geplanten Kohleabbau mit

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Von: Andreas Hermann

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Am Rand der Abraumhalde: Die Kasseler Gruppe Fridays-for-Future war Samstag bei der Großdemo gegen den Braunkohleabbau in Lützerath dabei. Unser
Am Rand der Abraumhalde: Die Kasseler Gruppe Fridays-for-Future war Samstag bei der Großdemo gegen den Braunkohleabbau in Lützerath dabei. Unser Foto zeigt einen Teil der Gruppe. © zeigt einen Teil ihrer Mitglieder; Jana Oehlerking

Kampf um die Kohle: 300 Kasseler waren bei der Großdemo in Lützerath. Jana Oehlerking berichtet von einem „starken Zeichen“, aber auch „sehr unschöne Szenen.

Lützerath/Kassel – Tausende Menschen haben am Samstag nahe des nordrhein-westfälischen Ortes Lützerath gegen den vom Energiekonzern RWE geplanten Kohleabbau und gegen die Räumung der Siedlung durch die Polizei protestiert. Unter den Demonstranten waren rund 300 Menschen aus Kassel, die dem Aufruf der Ortsgruppe von Fridays-for-Future (FFF) gefolgt waren. Viele davon waren am Samstagmorgen mit fünf von der Gruppe organisierten Bussen von Kassel nach Kleyenberg gefahren. Dort fand die Kundgebung statt, an der auch die schwedische Klimaaktivistin und FFF-Begründerin Greta Thunberg teilnahm.

Erneut kam es am Samstag zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und einigen Aktivisten. Allein was die Zahl der Teilnehmer betrifft, gehen dabei die Einschätzungen deutlich auseinander. Fridays-for-Future spricht von rund 35 000 Teilnehmern an der Großdemo, die Polizei lediglich von rund 15 000.

Eine der Kasseler Fridays-for-Future-Aktivisten, die am Samstag in Lützerath dabei war, ist Jana Oehlerking. „35 000 Menschen haben ein ganz starkes Zeichen für den Klimaschutz und die Energiewende gesetzt“, meinte die 18-Jährige von der Großdemo im Namen der Kasseler Gruppe. Es sei eine breite und bunte Demo gewesen, mit Familien, Landwirten, der Kirche und vielen anderen gesellschaftlichen Gruppen. Dass „Greta“ dort gesprochen habe, sei eine „Riesenbereicherung für die Demo“ gewesen, so Oehlerking. Bei der Masse an Menschen hätten die Kasseler selbst zu ihr leider keinen Kontakt gehabt.

Grundsätzlich habe in Lützerath eine „gute Atmosphäre“ geherrscht, erzählte die Schülerin, die in diesem Jahr ihr Abitur machen will. Tausende hätten friedlich für einen Räumungsstopp demonstriert, um die Abbaggerung der Braunkohle zu verhindern. „Das war auf jeden Fall ein erfolgreicher Tag.“ Mit dem Kohleabbau könne die im Pariser Klimaabkommen vereinbarte 1,5-Grad-Grenze nicht eingehalten werden. Oehlerking: „Wir brauchen diese Kohle nicht.“

Kritik übt die Kasselerin an „unverhältnismäßiger Polizeigewalt“. Es habe viele Verletzte gegeben, darunter seien auch Teilnehmer aus Kassel gewesen. Wie viele und wie schwer sie verletzt wurden, wisse sie nicht. Doch seien alle, die mit dem Bus von Kassel aus gestartet seien, wieder mit zurückgefahren.

Sie selbst habe sich vor allem auf dem Feld vor dem Dorf und auf der Kundgebung bei Kleyenberg aufgehalten. „Es gab schon Momente, wo deutlich wurde, dass die Polizei bereit ist, auch über Verletzte zu gehen, um das Gewaltmonopol durchzusetzen“, sagte Jana Oehlerking. „Das waren sehr unschöne Szenen.“ Ihrer Einschätzung nach ist in Lützerath auch die Pressefreiheit eingeschränkt. So dürften auf das Gelände nur noch Journalisten, die eine Akkreditierung von der RWE hätten.

(Andreas Hermann)

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