Für Radkilometer gibt es Geld oder zusätzlichen Urlaub

Reich und sexy durch Radfahren: Bikuh will das Velo noch attraktiver machen

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Rollende Werbung: Mit Scheiben im Vorderrad können Radler dank Bikuh Geld verdienen. Gegründet wurde das Start-up von der Kasselerin Angela Gonzalez.

Eine Kasselerin macht es möglich, dass Radfahrer mit ihrem Velo Geld verdienen können. Nun hat ihr Start-up Bikuh ein weiteres Angebot. Unternehmen können Arbeitnehmer fürs Radeln belohnen.

Vor zwei Jahren hatte Angela Gonzalez aus Kassel eine sehr gute Idee. Ihr gerade gegründetes Start-up Bikuh ermöglichte es Radfahrern, Geld zu verdienen - allein durchs Radeln, indem sie sich eine Werbescheibe in ihr Vorderrad montieren lassen. Für die Revolution auf Rädern bekam die Firma, die die 32-Jährige mit ihrem Kollegen Patrick Kolb gegründet hatte, den mit 20.000 Euro dotierten Klimaschutzpreis der Stadt Frankfurt, wo Bikuh residiert.

Trotzdem gab es Skeptiker, die einen alten Song der Band Tocotronic zitierten: "Die Idee ist gut, doch die Welt noch nicht bereit." Mittlerweile scheint die von Klimakrise, Dieselskandal und mit Autos vollgestopfte Welt jedoch sehr bereit zu sein für die gute Idee. 20.000 registrierte Nutzer haben die Bikuh-App auf ihrem Smartphone installiert. So kann gemessen werden, wer wie lang mit Rad und Werbung in der Stadt unterwegs ist. Im Schnitt verdienen werbende Bikuh-Radler 30 Euro im Monat, rechnet Gonzalez vor. Die Fleißigsten kommen sogar auf 80 Euro.

Bislang sieht man die Scheiben, die ein bisschen reich machen können, jedoch nur in großen Städten wie Berlin, Frankfurt, München und Hamburg. In Kassel gab es bislang kein Unternehmen, das eine Bikuh-Kampagne geschaltet hat. Das könnte sich nun ändern, da die Nordhessenmetropole infolge des Radentscheids für Velos attraktiver werden soll. Zudem haben Gonzalez und Kolb eine weitere sehr gute Idee, die bereits jetzt überall umgesetzt werden kann.

Bikuh corporate heißt ein neues Angebot, mit dem Unternehmen ihre Mitarbeiter belohnen können, wenn sie mit dem Rad statt mit dem Auto zur Arbeit kommen. Die App verfolgt per GPS den zurückgelegten Weg. Der Arbeitgeber kann dann entscheiden, ob seine Angestellten zum Beispiel x Cent für jeden gefahrenen Kilometer bekommen oder am Ende des Jahres einen zusätzlichen Urlaubstag für eine bestimmte Streckenlänge.

Bikuh-Gründer: Patrick Kolb und Angela Gonzalez.

Vorbild dafür ist das Radparadies Niederlande, wo Gonzales Projektmanagement studiert hat und Arbeitnehmer mit 19 Cent pro Kilometer belohnt werden sollen, wie die Staatssekretärin für Infrastruktur vorgeschlagen hat. Letztlich soll sich das für alle rechnen. Laut Verkehrsplanern kostet jeder mit dem Auto gefahrene Kilometer die Gesellschaft 85 Cent, während jeder Velokilometer 23 Cent einbringt, da Radeln sauber ist, weniger Fläche verbraucht sowie gesund und fit macht.

Passend dazu zeigt die Bikuh-App an, wie viele CO2-Emissionen eingespart wurden. Radeln mit Bikuh macht also nicht nur reich und einen knackigen Hintern, wie die Werbung verspricht, sondern auch ein gutes Gewissen.

Natürlich rollt Gonzalez ebenfalls umweltbewusst durch ihre Wahlheimat Frankfurt - allerdings nicht mehr mit ihrem schicken Fixie. Das wurde ihr geklaut. Es wäre nicht schlecht, wenn sie bald eine weitere gute Idee hätte, mit der Raddiebe sofort gefasst würden.

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