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KVG schränkt Betrieb ein: Frau ist sauer

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Von: Anna Lischper

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Eine Frau beklagt fehlenden Service bei der Verkehrsgesellschaft KVG in Kassel und will ihr Geld zurück.

Wolfsanger – Das neue Jahr begann für Ingeborg Berneburg mit einem Ärgernis: Wieder einmal hat die KVG ihr Fahrplanangebot wegen Personalmangel reduziert und die 72-Jährige muss ihren Einkauf vom Edeka an der Fuldatalstraße bis nach Hause tragen.

Normalerweise nutzt sie für diese Strecke vom Supermarkt nach Hause die Tramlinie 7. Doch seit 2. Januar fährt die Tram nur noch bis zur Haltestelle Wolfsgraben und lässt die restlichen beiden Haltestellen bis zur Endhaltestelle aus. „Das ist für mich ein Weg von 25 Minuten“, sagt Berneburg, die damit nicht alleine sei. „Gerade am Ende der Fuldatalstraße, in Höhe des Landhaus Meister, wohnen zahlreiche ältere Menschen, die nicht mobil sind.“ Das größte Ärgernis sei für sie aber gewesen, als man ihr im Kundencenter der KVG auf die Frage nach Entschädigung gesagt habe, wenn sie nicht zufrieden sei, dann könne sie ja ihr Abo kündigen.

Kundenfreundlich sei das nicht, sagt sie. „Der Mitarbeiter sagte mir, ich könne ja eine Mail schreiben. Das habe ich jetzt getan und bin gespannt, was passiert.“ Immerhin würden die 365 Euro für das von ihr gebuchte Seniorenticket Hessen erst Mitte des Monats abgebucht. Viel Hoffnung, dass weniger Geld abgebucht werde, habe sie allerdings nicht.

Andere Lösung in Kassel beim KVG aufgrund von Personalmangel nicht möglich

„Wenn irgendwo eingespart oder gekürzt wird, ist es immer Wolfsanger“, sagt sie. Das sei dann eben so. Sie würde sich wenigstens einen Schienenersatzverkehr wünschen, wie es ihn in der Vergangenheit schon einmal gab. „Wenn ein Bus nur zwei Mal am Tag diese Strecke fahren würde, könnte man sich ja danach richten.“

Ingeborg Berneburg sitzt am Tisch.
Ingeborg Berneburg ärgert sich über die Fahrplan-Einschränkungen der KVG. © privat/nh

KVG-Sprecherin Heidi Hamdad beruft sich auf die Personalnot und sagt: „Aufgrund der personellen Situation können wir leider keine andere Lösung anbieten.“ Bus-Ersatzverkehr sei angesichts zu geringer Verfügbarkeit auch von Busfahrpersonal keine Alternative. „Zumal wir eine kleine Reserve vorhalten müssen, falls etwa auf einer stark frequentierten Strecke wie der Wilhelmshöher Allee oder Kassel – Vellmar, eine Bahn liegen bleibt und damit der Bahnverkehr erst einmal gestoppt ist.“

Kassel: Die KVG verspricht bei Ausfällen wegen Personalmangel Kulanz statt Entschädigung

Bei den Reduzierungen des Angebots habe man den Fokus auf die Strecken gelegt, die am stärksten frequentiert seien. „Hat man nur 70 Prozent der Fahrer zur Verfügung, schaut man eben nach dem größten Bedarf.“ Dazu zählten etwa die Tramlinien 1, 5 und 4 sowie die Busse 10 und 11. „Natürlich gibt es da für manche Fahrgäste mehr Nachteile als für andere. Da sind wir auf deren Flexibilität angewiesen, vielleicht mal eine andere Linie zu nutzen oder umzusteigen“, so Hamdad. Im Falle von Berneburg ist das leider nicht möglich.

Mit einer Entschädigung könne sie dennoch nicht rechnen. Falls der Mitarbeiter wirklich gesagt habe, dass die Kundin kündigen könne, entschuldige man sich dafür. Hamdad merkt aber auf Nachfrage an: „Wer sein Abo aufgrund der neuen Fahrpläne kündigen möchte, dem gegenüber werden wir uns kulant verhalten.“ Auch, wenn „rein rechtlich kein Anlass zu einer beschleunigten Abo-Beendigung“ bestehe. Bei Unklarheiten oder Nachfragen empfehle sie, sich unter der kostenlosen Telefonnummer 08 00/939 08 00 an das Kundenzentrum zu wenden.

Wie lange die Einschränkungen im Bus und Bahnverkehr anhalten, dazu könne sie nichts sagen. „Auch wir hoffen sehr, möglichst bald wieder zum regulären Angebot zurückkehren zu können.“ Anna Lischper

Bereits in der Vergangenheit hatte die KVG neue Regelungen im Fahrplan aufgrund von Personalmangel angekündigt.

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