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Wegen der Hitze wird Mineralwasser knapp: Sortiment in Getränkemärkten eingeschränkt

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Von: Bastian Ludwig

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Kämpfen auch mit Lieferproblemen einiger Mineralwasserproduzenten: Sebastian Heiner und Astrid Hammerstein vom Getränkemarkt Weber an der Breitscheidstraße.
Kämpfen auch mit Lieferproblemen einiger Mineralwasserproduzenten: Sebastian Heiner und Astrid Hammerstein vom Getränkemarkt Weber an der Breitscheidstraße. © Andreas Fischer

Kassel. In Kassels Getränkemärkten sorgt der Ansturm der Durstigen nicht nur für Arbeit, sondern hin und wieder auch für leere Stellen in den Ladenreihen. Wir haben bei einigen Märkten nachgefragt.

Wer in diesen Tagen in den Getränkemarkt geht, macht immer häufiger eine Erfahrung: Das Lieblingsmineralwasser ist nicht vorrätig. Dies liegt daran, dass wegen der langen Hitzeperiode die Mineralbrunnen mit der Lieferung nicht hinterherkommen. So kann der Volkmarser Mineralbrunnen, der etwa „Waldecker“ im Sortiment hat, nicht mehr alle seine Marken anbieten. Auch der Wilhelmsthaler Mineralbrunnen, der das „Caldener“ abfüllt, arbeitet an der Kapazitätsgrenze.

„Wir geben unser Bestes, können die Nachfrage aber nicht bedienen. Wir befüllen pro Tag 100.000 Flaschen, könnten allerdings aktuell das Dreifache verkaufen. Dafür müssten wir rund um die Uhr abfüllen, doch dafür fehlen uns die Mitarbeiter“, sagt Petra Waldhoff von der Volkmarser Mineralbrunnen Waldhoff GmbH. Deshalb seien die Marken „Walita“ und „Volkmarser“ vorerst aus dem Programm genommen worden.

Ein weiteres Problem sei das Leergut, das nicht so schnell zurückkomme, wie es benötigt werde. „Das ist derzeit noch extremer als im Jahrhundertsommer 2003“. Keinesfalls seien aber die Brunnen wegen der Hitze trockengefallen: „Wir haben vier Tiefbrunnen in Betrieb.“

Auch der Wilhelmsthaler Mineralbrunnen arbeitet an der Kapazitätsgrenze. Nach Auskunft von Betriebsleiter Stefan Marhold werden dort Extra-Schichten am Samstag eingelegt, um die hohe Nachfrage nach „Caldener“ bedienen zu können. Marhold bittet die Verbraucher darum, Leergut schnellstmöglich zurückzugeben, um den Kreislauf am Laufen zu halten.

Sibylle Trautmann, Sprecherin der Hassia-Gruppe, zu der auch der Wilhelmsthaler Mineralbrunnen gehört, räumt ein, dass es in einigen Märkten zu Lieferproblemen kommen könne. „Insbesondere jene Märkte, die wir nicht selbst beliefern, sondern von Großhändlern versorgt werden, können betroffen sein“, sagt sie.

Dieses Video ist ein Inhalt der Videoplattform Glomex und wurde nicht von der HNA erstellt.

Situation in Kasseler Getränkemärkten

„Waldecker fehlt uns und auch bei anderen Marken gibt es schon Lieferverzug“, sagt Astrid Hammerstein vom Getränkemarkt Weber an der Breitscheidstraße. So habe es etwa auch bei „San Pellegrino“ zeitweise Logistik-Probleme gegeben. Teilweise böten die Mineralbrunnen nur noch ein eingeschränktes Markensortiment an. Die Kunden seien aber verständnisvoll und würden auch auf andere Marken ausweichen. „Die meisten sind heilfroh, wenn sie überhaupt was bekommen“, sagt Hammerstein.

Friedhelm Kroll vom Edeka-Getränkemarkt Kroll an der Wittrockstraße beschreibt die Lage ganz ähnlich. „Von einigen Marken haben wir nur noch Restbestände. Es ist aber nur eine Frage der Zeit, bis die aufgebraucht sind“, sagt Kroll. Häufiger seien zugesagte Liefertermine nach hinten verschoben worden. Sein Ratschlag an die Kunden: „Nehmen, was da ist!“ Nach seiner Erfahrung seien die Kunden aktuell bereit, auch ein Euro mehr für eine Kiste auszugeben, wenn die Stammmarke gerade vergriffen sei.

„Dr. Durst“ an der Wilhelmshöher Allee hat auch mit Engpässen beim Mineralwasser zu kämpfen. „Zeitweise sind mehrere Marken nicht lieferbar“, sagt Geschäftsführer Ali Jazayeri. Dies betreffe nicht nur „Waldecker“. Wegen der großen Nachfrage nach Getränken könne er bei seinem Lieferdienst nicht unbegrenzt neue Kunden aufnehmen. „Wir wollen ja die bestehenden Kunden verlässlich beliefern“, sagt Jazayeri.

Beim Getränkemarkt Aschoff an der Frankfurter Straße hat es zeitweise Probleme mit der Belieferung mit „Förstina“-Sprudel gegeben. Diese seien aber behoben, sagt ein Mitarbeiter. Ansonsten gebe es keine größeren Engpässe beim Sortiment.

Der Logo Getränke-Fachmarkt an der Ochshäuser Straße sieht sich ebenfalls gut bestückt. Lediglich vom Lieferproblem von „Förstina“ sei man auch betroffen gewesen.

Der Trinkgut-Markt Biermann am Struthbachweg macht sich aktuell ebenfalls keine Sorgen um sein Mineralwasser-Sortiment.

Die Wassermarke „Waldecker“ wird dort beispielsweise aber auch gar nicht angeboten.

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