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1000 Sack Kartoffeln für Cherson: Südosteuropahilfe Nordhessen schickt Hilfstransport in die Ukraine

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Von: Gerd Henke

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Auf seinem Hof in Martinhagen ließ Matthias Bott (stehend links) vergangene Woche 1000 Sack Kartoffeln absacken. Dabei halfen ihm sein Mitarbeiter Sven Wassermeier (Gabelstapler) und Günter Rüddenklau (rechts) sowie dessen ukrainische Freunde Olga und Anton mit.
Auf seinem Hof in Martinhagen ließ Matthias Bott (stehend links) vergangene Woche 1000 Sack Kartoffeln absacken. Dabei halfen ihm sein Mitarbeiter Sven Wassermeier (Gabelstapler) und Günter Rüddenklau (rechts) sowie dessen ukrainische Freunde Olga und Anton mit. © Gerd Henke

Die Unterstützung aus Nordhessen für die unter dem russischen Angriffskrieg notleidende Zivilbevölkerung in der Ukraine geht weiter.

Westuffeln/Martinhagen/Cherson – Vergangene Woche ist der achte Lastwagen mit Lebensmitteln in die Region Cherson losgefahren und mittlerweile auch angekommen. 1000 Säcke voll Kartoffeln wurden gefüllt und geladen auf dem Hof von Matthias Bott im Schauenburger Ortsteil Martinhagen. Beschafft wurden die Kartoffeln zum Selbstkostenpreis von der Südosteuropahilfe der Biobauern Ottmar Rudert und Günter Rüddenklau.

Die Region Cherson war bis vor Kurzem noch von den russischen Invasoren besetzt, ist inzwischen von der ukrainischen Armee aber wieder befreit worden. „Die Menschen dort konnten wegen der anhaltenden russischen Angriffe im Frühjahr nichts anbauen und außerdem hatten russische Soldaten viele Lebensmittelvorräte der Bevölkerung geplündert“, wissen Rudert und Rüddenklau aus den Berichten ihrer Partner vor Ort. Deshalb habe sich der Lebensmittelmangel noch verstärkt. „Da kommen die Spenden aus Nordhessen gerade recht“, so die beiden.

Wegen der flächenmäßigen Zerstörung der Energieinfrastruktur durch die russischen Bombardements ist auch das Heizen der Wohnungen zu einem großen Problem geworden. Aus diesem Grund haben Rudert und Rüddenklau bereits bei ihrem vorletzten Hilfstransport acht Holzöfen mitgeschickt. Die Geräte waren ebenfalls Spenden von Bürgern der Region. Inzwischen haben die beiden noch zwölf mit Holz beheizbare Backöfen in Rumänien in Auftrag gegeben.

„Mit den großen Öfen lassen sich jeweils bis zu 12 000 Brote im Monat backen“

Finanziert werden die Öfen ebenfalls aus den nordhessischen Spendengeldern. „Mit den großen Öfen lassen sich jeweils bis zu 12 000 Brote im Monat backen“, sagen Rudert und Rüddenklau. Die Verteilung der Öfen in den Gebieten von Cherson, Charkiw und im Donbas will ihr rumänischer Partner Romi Petrina Anfang Januar übernehmen.

Wenn es die Situation zulässt, wollen die beiden Ukraine-Helfer nächstes Jahr selbst wieder einen Hilfstransport in die Ukraine begleiten und auch dem Altenheim in Iwanowa, nahe der Großstadt Zhythomyr, einen Besuch abstatten. Der durch den Krieg immer schwieriger gewordene Betrieb der Einrichtung wird mit monatlich 1000 Euro aus nordhessischen Spenden unterstützt.

Info: Spenden können unter hilfstransport.jimdofree.com auf das Konto des Kirchenkreisamtes Hofgeismar-Wolfhagen eingezahlt werden („Moldawienhilfe“). (Gerd Henke)

Bundespolizei spendet 27 Computertische

Kreis Kassel – Die Bundespolizei in Fuldatal hat der Südosteuropahilfe gestern 27 Computertische gespendet. Das gebrauchte Mobiliar konnte abgegeben werden, weil an dem Standort neue PC-Arbeitsplätze eingerichtet werden.
Die Tische sollen Mitte Januar in einem weiteren Transport nach Chisinau, der Hauptstadt Moldawiens, gebracht werden. Dort werden sie in einer Gesamtschule schon dringend erwartet. In der dortigen Schule werden zurzeit 800 vor dem Krieg in ihrer Heimat geflüchtete Kinder und Jugendliche aus der Ukraine unterrichtet. In diesem Zusammenhang weisen Günter Rüddenklau und Ottmar Rudert darauf hin, dass weiteres Schulmobiliar in Chisinau benötigt wird. Nordhessische Schulen, die ebenfalls ihr altes Mobiliar austauschen wollen oder müssen, können sich also gerne bei den beiden Initiatoren melden. (geh)

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