Energie aus Christbäumen

500 Weihnachtsbäume heizen ein Haus ein Jahr

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Auch die Jüngsten waren dabei: Der kleine Jarno gab beim Einsammeln in Hofgeismar sein Bestes. Der Minifeuerwehrmann ist vier Jahre alt. 

Hofgeismar. Für Weihnachtsbaum, Tannenreisig und Adventsgestecke war am Samstag Saisonende. Nach zwei Wochen im warmen Heim wartete das weihnachtliche Grün - gemeint sind die sperrigen Bäume - nun auf den Abtransport.

Im Kreisteil Hofgeismar übernehmen das in der Regel die Jugendfeuerwehren, die dabei von Mitgliedern der Einsatzabteilung unterstützt werden. 

„Die Weihnachtsbaumsammelaktion ist jedes Jahr der Höhepunkt, auf den sich alle Kinder freuen“, sagte Grebensteins Stadtjugendwartin Annika Ludolph. Mit sechs Schleppern und großen Anhängern waren die Grebensteiner im Stadtgebiet unterwegs. Zwölf Kinder und rund 30 Erwachsene klapperten dabei von morgens bis in den Nachmittag hinein jede Straße ab.

Klingeln an jeder Haustür

Während die Jüngeren an den Türen um eine Spende für die Jugendwehr bitten, machen sich die Älteren an den Bäumen zu schaffen. „Manchmal machen die Leute auch nicht auf, aber meist bekommen wir etwas - manchmal sogar zusätzlich Schnucke“, erklärt die zehnjährige Mia Hofmann. Häufig sind es zwischen zwei und fünf Euro, Genaues will man da nicht verraten. Nur soviel: „Das Geld kommt zu hundert Prozent unseren Jugendlichen zugute - beispielsweise finanzieren wir davon die Teilnahme am Kreisjugendfeuerwehrlager“, sagt Ludolph. Wie viele Häuser sie aufsuchen vermochte die Stadtjugendwartin nicht zu sagen: „Das machen wir schon richtig - wir klingeln tatsächlich an jeder Haustüre.“

Mit einem Schlepper zog die Burguffelner Jugendwehr durch ihr Dorf. Ebenfalls zwölf Kinder, aber nur sechs Erwachsene waren hier mit von der Partie. „Wie viel wir eingesammelt haben, weiß ich nicht - zwei Fuhren haben wir auf jeden Fall zur Sammelstelle nach Grebenstein gebracht“, bemerkt Jugendwart Christian Caspary. Damit meint er die Gärtnerei Hartmann, wo auch die Grebensteiner ihre Weihnachtsbäume hinbringen. Harzige Zweige oder pieksende Nadeln sind für die erprobten Feuerwehrleute kein Problem, schließlich hätten sie ja ihre dicke Einsatzkleidung mit zusätzlichen Handschuhen an.

Auch die Burguffelner halten sich bei den Finanzen lieber bedeckt. „Natürlich sind die Spenden ausschließlich für unseren Nachwuchs - mal gehen wir davon Eisessen oder holen für die Kinder eine Pizza“, berichtet Caspary. Geselligkeit gehört natürlich auch bei der Sammelaktion dazu - sowohl in Grebenstein als auch in Burguffeln gibt es nach der Arbeit ein leckeres Essen für alle Helfer und auch währenddessen wird schon mal ein Imbiss gereicht. Was die Gärtnerei mit den Bäumen macht, vermochten die Wehrmitglieder nicht zu sagen. Wahrscheinlich wird das zerkleinerte Material ebenfalls zur Energiegewinnung genutzt.

500 Bäume heizen ein Haus

Rund die Hälfte aller Weihnachtsbäume aus dem Landkreis Kassel landen alljährlich auf der Hofgeismarer Deponie. In den kommenden zwei Wochen sammelt die Abfallentsorgung an verschiedenen Sammelstellen das entsorgte Weihnachtsgrün ein. Bisher waren dies meist um die 150 Tonnen und so wird es auch dieses Mal wohl sein. Nachdem das Naturmaterial geschreddert worden ist, wird es in einem Biomasse-Kraftwerk zur Energiegewinnung genutzt. Immerhin bringen 500 Bäume so viel Energie dass ein normales Haus damit ein Jahr mit Strom und Wärme versorgt werden könne, weiß man bei der Deponie.

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