Umnutzung geplant

Alte Schule: Wesertal-Gemeindevertreter ringen um Beschluss zum Gebäuderückkauf

Die nahe der Ortsmitte gelegene  alte Schule in Oedelsheim. Teile des Gebäudekomplexes könnten umgebaut oder abgerissen und neu bebaut werden.
+
Wartet seit Jahren auf eine Wiederbelebung: Die nahe der Ortsmitte gelegene alte Schule in Oedelsheim. Teile des Gebäudekomplexes könnten umgebaut oder abgerissen und neu bebaut werden.

Erst nach längerer Debatte und Feilschen um Formulierungen hat die Gemeindevertretung von Wesertal die Umnutzung der alten Schule in Oedelsheim einen Schritt weiter gebracht.

Wesertal/Oedelsheim – Das Gemeindeparlament hat dem Gemeindevorstand am Dienstagabend die Vollmacht erteilt, das Gelände und die Gebäude der alten Schule in Oedelsheim vom Landkreis Kassel zurückzukaufen. Auf dem Gelände soll, wie seit Jahren immer wieder erörtert, ein Teil der Gebäude und des Geländes für die Häusliche Krankenpflege Oberweser-Reinhardshagen und für Wohnungsbau durch private Investoren genutzt werden.

Das hatte zuletzt der Ortsbeirat Oedelsheim im Juni 2021 beschlossen, weshalb jetzt die CDU-Fraktion den Antrag auf Rückkauf beziehungsweise Rücknahme der Liegenschaft unter Berücksichtigung der geltenden Förderrichtlinien stellte. Der Beschluss im Gemeinschaftshaus Arenborn fiel letztlich mit 25 Ja-Stimmen bei einer Enthaltung.

Abrisse, Um- und Neubauten

Die Planungen für die zukünftige Nutzung sollen mit Hilfe von Zuschüssen aus dem Dorfentwicklungsprogramm (IKEK) gemeinsam mit den zukünftigen Nutzern entwickelt und dem Ortsbeirat und der Gemeindevertretung vorgelegt werden. Im IKEK sind Bildung und Erziehung, altersgerechtes Wohnung und gesellschaftliche Nutzung festgehalten. Dabei ist an Abrisse, Umnutzungen und Neubauten gedacht.

Detlef Stucke (CDU) hatte den Antrag damit begründet, dass schon lange 35 000 Euro für erste Maßnahmen im Haushalt vorgesehen seien und nun endlich einmal etwas passieren müsse.

„Pläne im Parlament nicht bekannt“

Die SPD dagegen wollte nach Worten ihres Fraktionsvorsitzenden Jörg Henrici der ursprünglichen Antragsformulierung, in der von „umgehend anzukaufen“ die Rede war, nicht zustimmen. Grundsätzlich sei das Projekt ja mit dem IKEK-Katalog schon beschlossen. Eine geplante Infoveranstaltung habe bislang nicht stattgefunden und selbst, wenn die Pläne im Ort Oedelsheim bekannt seien, seien sie das in der Gemeindevertretung noch nicht, sagte Henrici. Man dürfe die Zuschüsse nicht durch voreiliges Handeln gefährden.

Um Zuschüsse zu erhalten, müsse beim Kauf die Nutzung bekannt sein, verdeutlichte Bürgermeister Cornelius Turrey. Derzeit seien die Kosten für das Projekt noch nicht bekannt.

Pläne seit zwei Jahren in der Schublade

Ann-Sophie Przyludzki (FWG) sagte, dass man private Investoren gefunden habe, die zusammen mit der Häuslichen Krankenpflege Wohnraum schaffen wollten. Leerstand sei schlecht und bekomme den Bauten nicht. Die Pläne lägen seit zwei Jahren in der Schublade und man dürfe nicht riskieren, dass die Investoren, auf die man lange gewartet habe, abspringen. „Man kann erst weiterplanen, wenn es uns gehört“, betonte Przyludzki.

Signal an den Landkreis

Auch Björn Zackenfels (FWG) plädierte dafür, rasch zu beschließen, damit Weichen gestellt würden. Eine Vertagung würde am Inhalt des Beschlusses kaum etwas ändern. FWG-Fraktionsvorsitzender Florian Niemeyer sagte, dass ein positiver Beschluss ein gutes und wichtiges Signal an den Landkreis Kassel sei, dem die Schule seit der Gebietsreform gehört.

Am Ende einigten sich die Fraktionen auf einen, wie es der Vorsitzende Schminke formulierte, „Grundsatzbeschluss zum Ankauf mit verzögerter Anschaffung“. Antragsteller Detlef Stucke hatte kein Problem damit, die Formulierung „umgehend anzukaufen“ zu streichen. (Thomas Thiele)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.