„Botschafter der Deutschen Sprache“ mit polnischen Wurzeln

Artur Klose bringt Kindern die deutsche Sprache mit Comics näher

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In seinem Element: Comic-Zeichner Artur Klose aus Hombressen (vorn rechts im weißen Hemd) referierte in der Stadt Norilsk im nördlichsten Museum der Erde.

Hombressen. Sobald der Hombresser Neubürger Artur Klose beginnt, von seiner Arbeit als Trickfilmer und Comiczeichner zu sprechen, sprudelt es aus ihm heraus.

Themen werden da von ganz unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet und auch manch kritischer Gedanke bahnt sich seinen Weg.

Nach Nordhessen hat es den Querdenker mit polnischen Wurzeln verschlagen, weil er hier einst an der Kasseler Kunsthochschule studierte. Auf das flache Land zog es den 43-Jährigen der Ruhe wegen, schließlich ist er häufig im Ausland unterwegs, hat sich beispielsweise in Russland einen Namen gemacht, wo er als „Botschafter der Deutschen Sprache“ in entsprechenden Kreisen angesehen wird. Dies liegt daran, dass Klose dort mittels der Medien Film und Comic versucht, Kindern die deutsche Sprache näherzubringen.

Wenn auch mit leichtem Akzent, so zweifelt man nicht, wenn der Künstler sagt: „Als ich hier her kam, habe ich mich in die deutsche Sprache verliebt.“

Doch seine Leidenschaft gilt nicht nur der Sprachvermittlung, auch politische Ungereimtheiten aufzudecken, gehört zu seinem Wirken. „Ich engagiere mich gegen die Dummheit der Regierenden - andere gehen auf die Straße, ich arbeite authentisch mit Kunst.“

So hatte er etwa Anfang vergangenen Jahres die Karikaturen-Ausstellung „Welcome! Sochi 2014“ des Kreml-Kritikers Wassilij Slonow nach Kassel geholt.

Eines der letzten großen Projekte des Künstlers ist das Kinderbuch „Boby und Molly in Belogorod“, bei welchem russische und deutsche Künstler und Autoren mitwirkten. Mit diesem Buch hat Klose nicht nur Nationen, sondern auch Generationen zusammengeführt, war doch auch die 90-jährige Kasseler Dichterin Hiltgunde Thiele an dem Projekt beteiligt.

Auch Kassel hat der Neu-Hombresser ein Denkmal gesetzt: Mit seinem Buch „Geheimnisvolles Kassel“ zeigt er anhand von Illustrationen, Fotos und Texten die Geschichte der Stadt und weist auf Besonderheiten hin.

Natürlich schmiedet der engagierte Künstler längst neue Pläne - allzu viel will er davon allerdings noch nicht verraten: „Mit Mitteln der Kunst möchte ich die Ukraine, Russland und Georgien miteinander verbinden“, so sein hehren Zielen. Gespräche mit dem Auswärtigen Amt zur Realisierung laufen aktuell.

Auch in der Region möchte sich der Neubürger gern etablieren: „Ich hoffe, dass ich bei einigen meiner Vorhaben Unterstützung finde.“

Es könnte sein, das von Klose noch viel zu hören sein wird - er ist einer, der nie aufhören wird seiner Passion zu folgen, die sich vor allem um den Gedanken der Gerechtigkeit bemüht.

Von Tanja Temme

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