Reiter in der Hofgeismarer Manteuffel-Kaserne

Auf historischem HNA-Foto: 86-Jähriger erkennt seinen Vater wieder

Rudolf Tittel

Hofgeismar. Es passiert nicht so oft, dass zunächst unbekannte Menschen auf den in unserer Zeitung präsentierten historischen Fotos wiedererkannt werden. Jetzt ist so ein Fall eingetreten.

Geschehen ist das mit dem am Samstag vor einer Woche veröffentlichten Foto eines Reiters aus den 1930er-Jahren in der Hofgeismarer Manteuffel-Kaserne.

Der dort auf einem im Internet ersteigerten Foto abgebildete Mann ist identifiziert: Es handelt sich um Rudolf Tittel (1904 bis 1988), der später bei der Post in Hofgeismar arbeitete.

Mitgeteilt hat das sein Sohn Horst Tittel, der ihn sofort erkannte, da er drei andere Fotos seines Vaters aus der Militärzeit besitzt. Eines davon zeigt seinen Vater, der von 1925 bis 1937 beim 16. Reiterregiment in Hofgeismar stationiert war, auf einem Rappen, bei dem es sich offenbar um dasselbe Pferd handelt wie auf dem Foto der vergangenen Woche. Tittels Foto das bei ihm gerahmt an der Wand hängt, zeigt Rudolf Tittel mit Pferd vor dem Stallgebäude, das sich am nördlichen Ende der Kaserne befand, etwa dort, wo sich heute der Aldi-Parkplatz befindet. Der Standort des Fotografen ist auf dem kleinen Foto (rechts) mit dem unteren Kreuz markiert, während das obere Kreuz den Fotografenstandort des Fotos der vorherigen Woche markiert. Dort konnte man zwischen den Gebäuden hindurch auf die Grebensteiner Straße (heute Neue Straße) blicken und erkannte den Turm der Neustädter Kirche, ein Fachwerkhaus an der Lazarettstraße und das Reihenhaus an der heutigen Neuen Straße.

Horst Tittel

Auf dem kleinen Foto ist dort, wo heute am Kreisel die Niedermeiser Straße abzweigt, nur ein schmaler Durchgang zu erkennen. Durch den Abriss des linken der insgesamt sechs Häuser wurde 1972 Platz für den Zubringer zur A 44 geschaffen. Rudolf Tittel wurde übrigens, wie sein Sohn berichtete, in Kahla in Thüringen geboren. Er machte eine Lehre als Metzger und ging mit 21 Jahren 1925 zur Reichswehr. Dadurch kam er nach Hofgeismar. Nach zwölf Jahren entlassen, ging er 1937 zur Post und bildete sich dort weiter.

Im Krieg war er in der Versorgungsabteilung und auch im Postschutz in Kiew, geriet 1942 in Norddeutschland in englische Kriegsgefangenschaft und kehrte schließlich nach Hofgeismar zurück, wo er wieder zur Post ging. Er ging in den Verwaltungsdienst, wurde Verwaltungsinspektor und starb 1988.

Die Post befand sich damals noch im alten Backsteingebäude gegenüber der früheren Posthalterei an der Ecke Neue Straße/Bahnhofstraße/Mühlenstraße. 1967 zog die Post dann um in das heute auch schon wieder von der Post aufgegebene Gebäude an der Neuen Straße. Im alten Luftbild sind dort noch die früheren Bauernhöfe vor der Umgestaltung erkennbar. Horst Tittel hat es übrigens seinem Vater gleich getan und ging ebenfalls zur Post. (tty)

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