Autor Arno Backhaus geht auf Tournee

Autor Arno Backhaus in seiner Wirkstätte: Immer kreativ im Leben unterwegs, hier ist er gerade in der T-Shirt-Werkstatt, wo er ein Oberteil bedruckt. Foto: Gewert

Meimbressen. In einem kleinen Dorf in der Nähe von Kassel lebt er - Arno Backhaus. Versteckt liegt sein Buchladen hinten im Hof des Hauses. Kein gewöhnlicher Laden, vielmehr eine Kreativwerkstatt. Der 63-Jährige steckt gerade in seinen Vorbereitungen für die nächste Tournee.

Er packt sein Auto in der Garage voll, wirbelt hin und her. Ideen und Wortspiele hängen unsichtbar im Raum, warten darauf, hervorgeholt zu werden. Zur 66. Frankfurter Buchmesse hat Backhaus ein neues Buch veröffentlicht: „Und sie hatten keine Plätzchen in der Herberge“. Passend zu Weihnachten.

Er geht nicht zu den Verlagen, die Verlage kommen auf ihn zu, wofür er sehr dankbar ist. Seit 35 Jahren führt er das freie Leben als Autor. Damals fragten ihn die Menschen nach seinen Konzerten, ob man die Texte irgendwo nachlesen könne.

So begann er, Bücher zu schreiben. Jährlich reist er seither zu rund 130 Veranstaltungen bundesweit, viele davon sind von der evangelischen Kirche. Mit seiner Frau Hanna (63) ist der Autor seit 42 Jahren verheiratet. Zu 40 Prozent sind sie gemeinsam unterwegs und geben Seminare. Neben Glanz und Gloria hat sein Leben aber auch eine Schattenseite. Er erinnert sich noch deutlich an Schläge und Gewalt, denen er als Kind zuhause ausgesetzt war. Arno Backhaus hat das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom ADHS. „ADHS-Menschen haben andere Idee, können anders wahrnehmen und kombinieren. Das ist der Grund, warum ich auch ein Buch darüber schrieb“, sagt Backhaus. Dabei geht er nicht auf die Schwachstellen, sondern auf die außergewöhnliche Begabung der Menschen ein.

Kraft gibt ihm sein Glaube, den er mit sechzehn entdeckte. So engagiert er sich ehrenamtlich in der Christusgemeinde am Airport in Calden-Meimbressen. „Ich brauche einen Anker für meinen Alltag“, sagt er.

Er möchte Glauben mit Humor verbinden, nicht umsonst heiße es: „Die frohe Botschaft“, die mit Freude verbunden ist, wie der Evangelist sagt. Neben dem Schreiben von Büchern, erfindet er auch Gesellschaftsspiele, bedruckt T-Shirts mit Sprüchen, bringt CDs raus. Jeden Tag startet er mit Kraft, Motivation und Gelassenheit. „Wer mich ärgert, das bestimme immer noch ich“, erzählt er. Vor seinem Auftritt ist er selten aufgeregt. „Wenn das Publikum aber nicht mitgeht, kann ich nervös werden“, sagt er.

Für die kommenden eineinhalb Jahre ist der Schriftsteller ausgebucht. Jetzt steht erst mal Weihnachten vor der Tür:

Auf zum „missio-narrischen Why-Nachtsmarkt“, dachte er sich. Denn „Jesus war kaum auf der Welt und hatte schon einen Krippenplatz.“ Seine Leser und Zuhörer dürfen auf weitere Geschichten gespannt sein.

Von Marie-Therese Gewert

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